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Squier Stratocaster
Foto: Fender

Squier E-Gitarren: Squier Stratocaster vs. Fender Strat

Kaum eine E-Gitarre ist so flexibel und variantenreich, wie die Stratocaster. Ein großer Teil aller Gitarristen findet sich früher oder später in seiner Karriere mit einer Strat wieder. Der massive Erfolg der Stratocaster wurde bei Fender sehr früh zum Anlass genommen, auch für Einsteiger geeignete Gitarren zu einem geringeren Preis anzubieten. Mit der Squier Stratocaster ist Fender das gelungen.

Squier E-Gitarren Serien

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Serien von Squier, die „Interpretationen“ der berühmtesten Fender-E-Gitarrenmodelle wie Stratocaster, Telecaster, Jazzmaster, Jaguar u.a. beinhalten. Die Bullet Serie von Squier stellt den günstigsten Einstieg in die Squier E-Gitarren Modelle dar und richtet sich an preisbewusste Anfänger.

Squier Bullet Serie

Squier Bullet Stratocaster
Squier Bullet Stratocaster – Foto: Fender

Mit der Bullet Serie hat Fender mit der Firmentochter Squier eine ganze Reihe an Instrumenten für Einsteiger entwickelt, die mit einem minimalen Budget eine geeignete und vielseitige Gitarre erwerben möchten.

Durch die Produktion in Fernost ist der Herstellungspreis besonders niedrig, so dass die Einsteigermodelle in das Fender-Universum bereits ab knapp 120 EUR erworben werden können. Die Bullet Serie bietet gute Einsteigerinstrumente auf Basis der bekanntesten Fender Modelle und führt so Anfänger behutsam an die Klassiker rund um Strat, Telecaster und Co.

Du willst mehr wissen? Dann lies hier weiter: Squier Bullet Strat und Bullet Tele

Modelle

Neben der Squier Bullet Mustang beschränkt sich die Bullet Serie auf Telecaster und Stratocaster – in unterschiedlicher Ausgestaltung. Während gerade die Strat und Tele mit Single-Coils Tonabnehmern dem ursprünglichen Design entsprechen, gibt es auch Modelle mit Humbuckern am Steg oder eine Strat ohne Tremolo!

Für wen geeignet?

Durch den geringen Preis richten sich die Instrumente der Bullet Serie besonders an Einsteiger mit kleinem Budget. Bei vielen Bastlern sind die Bullets ebenfalls beliebt: Sie liefern klassische Fender Maße und können massiv modifiziert werden.

Sound

Der Sound der Instrumente ist grundsätzlich eher klassisch ausgelegt, Highgain-Monster sind Strat und Tele nicht. Mit den entsprechenden Amps und Effekten angefeuert ergeben sich jedoch unendliche Möglichkeiten!

Besonderheiten

Die Instrumente der Bullet Serie werde nach den genauen Maßen der großen Originale gefertigt, auch die Mensur und Sattelbreite ist entsprechend. Lediglich beim Holz geht man, aus Kostengründen, andere Wege: Stratocaster werden aus Linde gefertigt, die Telecaster aus Pappel – ansonsten sind die Grundkonstruktionen nah am Original.

Squier Affinity Serie

Squier Affinity Telecaster
Squier Affinity Telecaster – Foto: Fender

Mit etwa 200 EUR liegen die Instrumente der Affinity Serie preislich etwas über den Bullet Instrumenten, allerdings richtet sich Fender auch hier an Einsteiger und experimentierfreudige Bastler: Die Affinity Serie ist ein großer Erfolg für die Fender Tochter Squier

Du willst mehr wissen? Dann lies hier weiter: Squier Affinity Serie

Modelle

Die Affinity Serie ist etwas breiter aufgestellt, Fender bietet Instrumente der Telecaster, Stratocaster, Jazzmaster und Starcaster an. Alle Instrumente sind an den Vorlagen aus dem Mutterkonzern angelegt, werden jedoch in Technik und Holzauswahl an die harte Preisschranke angepasst. Durch eine individuelle Einstellung der Gitarren erreicht man in der Regel eine deutlich verbesserte Bespielbarkeit – ausprobieren!

Für wen geeignet?

Auch die Affinity Modelle richten sich ganz klar an Einsteiger. Die verwendeten Hölzer und Hardware sind qualitativ höherwertig im Vergleich zur Bullet Serie – ein Pluspunkt für alle, die ihr Instrument jahrelang spielen möchten. Besonders Freunde der ruhigeren Musik finden bei der Affinity Serie ihr Instrument – die Tonabnehmer sind ausgeglichen und vielseitig, klingen aber besonders im Clean sehr gut

Besonderheiten

Durch den etwas schmaleren Sattel (ca. 2 mm schmaler als Fender-Standard) eignen sich die Gitarren zudem besonders für Gitarristen mit kleinere Händen und jugendliche Anfänger!

Unterschied: Squier Affinity vs. Bullet Strat

Die günstigere Bullet Strat wird in Indonesien produziert während die Squier Affinity Strat aus China kommt. Der Korpus der Affinity Strat entspricht etwa den Standardmaßen einer Fender Stratocaster und kommt von der Optik her näher an eine Original-Strat heran. Bemerkbar macht sich dies u.a. an der kleineren Kopfplatte und dem dünnerem Korpus der Squier Bullet Strat. Ein kleiner Vorteil der daraus resultiert ist allerdings, dass die Bullet Strat dadurch etwas leichter ist.

Pro-Tipp: Nach dem Kauf sollte ggf. der Hals über den Halsstab nachjustiert werden.

Squier Classic Vibe Serie

Squier Classic Vibe ’70s Stratocaster – Foto: Fender

Die erstmalig 2012 erschienene Squier Classic Vibe Serie wurde im Jahre 2019 von Fender komplett überarbeitet. Optik und Ausstattung der Squier Classic Vibe Gitarren orientieren sich an den klassischen Fender-Modelle der 50er, 60er und 70er-Jahre.

Du willst mehr wissen? Dann lies hier weiter: Squier Classic Vibe Serie

Die in China produzierten Squier-Gitarren der Classic Vibe Serie liefern klassische Fender-Sounds zu niedrigen Preisen. Vintage-Sound und Old-School-Ästhetik sorgen für Nostalgie pur.

Squier Contemporary Serie

Mit 12 Modellen ist die 2018 erschienene Squier Contemporary Serie besonders umfangreich und bietet eine moderne Interpretation von klassischen Fender Gitarren. Die Modelle bewegen sich preislich zwischen 300 und 400 EUR und bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Top Verarbeitung!

Modelle

Besonders bei der Stratocaster hat Squier tief in die Trickkiste gegriffen und eine ganze Stange an Strats im Angebot. Besonders die Modelle mit Humbuckern und 2-Punkt Tremolosytemen dürften die Freunde härterer Rockgenres begeistern. Aber auch die Telecaster gibt es mit den fetten Doppelspulen: Die HH Telecaster eignet sich besonders für raue Sounds und sahnige Soli.

Für wen geeignet?

Die hohe Qualität der Instrumente macht sie auch für Fortgeschrittene Musiker interessant, die den Preis einer Made in Mexiko Fender oder gar dem US-Original nicht zahlen möchten. Die Verarbeitung der Gitarren ist sehr gut und kann, dank original Fender Maßen zusätzlich mit allerhand Custom-Shop Pickups und co. modifiziert werden – ideale Grundlage für eine günstige, aber hervorragend klingende Gitarre.

Der Sound der Contemporary Serie orientiert sich weniger an den klassischen Vorbildern, als an modernen Klängen – gerade rauere Gefilde werden dank der Humbucker und teilweise aktiven Elektronik bedient.

Besonderheiten

Die Contemporary Serie wurde bereits mitte der 1980er Jahre einmal aufgelegt: Die damals in Japan gefertigten Instrumente erfreuen sich heute bei Sammlern großer Beliebtheit. Auch bei dieser Serie hatte Fender einen moderneren Einschlag gewählt. Die neue Squier Contemporary Serie tritt also in große Fußstapfen – und bringt alles mit, um auch einmal selbst zu Sammlerobjekt zu werden!

Squier Paranormal Series (2020)

„Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu“ – dieser Satz passt perfekt auf die nagelneue Serie der Fender-Tochter Squier. Mit der Paranormal Serie bietet der Hersteller günstiger Fender Gitarren eine ganze Reihe an exotischen Interpretationen klassischer Gitarren- und Bassmodelle Fenders an.
Wer auf der Suche nach einer ganz besonderen Gitarre ist, kann bei der Paranormal Serie von Squier sicher sein – so hat man Fenderdesigns noch nicht gesehen!

Kaufberatung: Welche Squier ist die Richtige für mich?

Die Auswahl der für dich passenden Squier E-Gitarre solltest du von folgenden Faktoren abhängig machen:

  • Das Budget (Die Squier Bullet Serie ist die günstigste Serie. Aber: Das Günstigste ist nicht immer das Beste)
  • Die Korpusform und das Musik-Genre (ST- und T-Modelle sind klanglich sehr flexibel einsetzbar)
  • Deine Ansprüche und Erfahrung: Fortgeschrittene Gitarristen stellen (verständlicherweise) andere Ansprüche an die Bespielbarkeit und Verarbeitungsqualität ihres Instrumentes. Natürlich können Anfänger auch auf einer Bullet Strat hervorragend mit dem E-Gitarre spielen beginnen. Doch eine schlechte Saitenlage und Stimmstabilität können schnell die Spielfreude trüben. Wir empfehlen daher nicht am falschen Ende zu sparen und nicht das Günstigste zu kaufen. Es muss für einen absoluten Neueinsteiger sicherlich nicht gleich eine Squier Classic Vibe sein. Unserer Meinung nach stellt die Squier Affinity Serie den besten Kompromiss und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis dar.

Squier Stratocaster vs. Fender Stratocaster

Wir haben uns die wichtigsten Kriterien genau angesehen und eine Squier Low Cost Strat mit einer American Standard Strat aus US-Fertigung verglichen.

Aufbau

Die Bauweise der Strat ist universell – ein schmaler Korpus mit einer konturierten Form, die sich an den Körper des Spielers schmiegt, Singlecoil-Tonabnehmer, ein Tremolosystem und die typische Fender-Kopfplatte. Auch wenn es mittlerweile etliche Varianten der Strat gibt – diese Zutaten finden sich bei den allermeisten Gitarren dieser Art wieder. Hier wird deutlich, dass die Squier ein enger Verwandter der Fender ist: Beide Gitarren verfügen über die genannten Merkmale und bringen so das „Flair“ einer echten Stratocaster in die Hände des Spielers.

Der Hals (Neck) einer E-Gitarre

Holz

Die typischen Stratocaster-Hölzer sind Erle und Ahorn, wobei immer wieder auch Eschen-Korpus-Varianten der Stratocaster angeboten werden. Im Prinzip finden sich diese Hölzer in beiden Varianten der Stratocaster wieder.

Bei der Qualität der Hölzer ergeben sich jedoch teilweise gravierende Unterschiede. Während Fender für seine Stratocaster hauptsächlich hochwertige, besonders selektierte Hölzer verwendet, nutzen die Produzenten der Squier Stratocaster in der Regel weniger gefragte Hölzer. Übrigens: Seit 2017 verzichtet Squier bei allen Serien auf Palisander und verwendet stattdessen Blackwood.

Bei der Verwendung der Hölzer ergibt sich ein weiterer Unterschied: Während die Squier Strat meist aus vielen kleineren Blöcken verleimt wurde, werden besonders für hochwertige Fender Gitarren ein- oder zweiteilige Bodys verwendet. Die klanglichen Eigenschaften dieser größeren Holz-Blöcke ergeben sich hauptsächlich im Sustain und in den Obertönen der Gitarre.

Hardware

Bei der Hardware unterscheiden sich Fender und Sqiuer Gitarren mitunter recht deutlich voneinander. Die bei Squier verwendeten Stimmmechaniken und Tremolosysteme sind meist von Zulieferern günstig produzierte „blanko“ Produkte. Bei Fender werden in den hochklassigen Serien ausschließlich Fender-Deluxe Hardwareteile verbaut. 

Besonders bei den verbauten Tremolosystemen ist der Unterschied mitunter gravierend: Insbesondere die Stimmstabilität der hochwertigen Fender Tremolos wird von den günstigeren Squier Systemen nicht annähernd erreicht.

Single Coil Pickups an Fender Strat

Pickups

Die Tonabnehmer der Stratocaster machen ihren einzigartigen Klang aus – dementsprechend viele Varianten gab es in den vergangenen Jahrzehnten auch bei den Strats.

Die in den USA verwendeten Tonabnehmer werden durch Fender selbst hergestellt und meist nach Vorbild von besonders beliebten Vintage Pickups gewickelt. Die teilweise in Handarbeit hergestellten Spulen erreichen eine sehr viel höhere tonale Qualität als die von Squier verwendeten Tonabnehmer.

Diese werden in der Regel in Fernost in Massenproduktion gefertigt und weisen eine deutlich höhere Streuung als die amerikanischen Originale auf. Je nach Einsatzgebiet ergeben aber auch diese Tonabnehmer interessante und markante Sounds.

Lackierung

Fender E-Gitarre

Bei der Lackierung unterscheidet man nicht bloß die angebotenen Farben, auch die Art der Lackierung sowie die Lackzusammensetzung an sich unterscheidet sich erheblich.

In Amerika gefertigte Fender Stratocaster werden mit sehr dünn aufgetragenem Nitrocelluloselack behandelt. Das gibt den Instrumenten die Möglichkeit, sehr viel freier zu schwingen. Der Nitrolack altert mit der Zeit natürlich und es kommt teilweise zu der sehr beliebten und bei vintage Instrumenten gesuchten Rissbildung an der Oberfläche. Die mit PU-Lack beschichteten Squier Instrumente werden in großer Stückzahl lackiert. Die Farbe umhüllt die Instrumente wie ein Kokon aus Polyurethan – das Schwingungsverhalten des Holzes wird hierdurch beeinflusst. Die Haptik einer so lackierten Gitarre unterscheidet sich sehr von einer klassischen Nitrolackierung.

Aber: Auch unter Profis wird gestritten, ob die Art der Lackierung den Klang eines Instruments beeinflussen kann.

Modelle

Die Auswahl der angebotenen Modelle unterscheidet sich zwischen Fender und Squier kaum: Jede erdenkliche Kombination aus Pickups, Hölzern, Farben und Ausstattungen sind erhältlich.

Jedoch werden besonders bei Fender immer wieder limitierte Serien aufgelegt, die sich an berühmten Vorbildern der Vergangenheit oder modernen Neuentwicklungen orientieren. Squier konzentriert sich hauptsächlich darauf, eine breite Palette anfängerfreundlicher Instrumente zu produzieren.

Preis

Der größte Unterschied der beiden Stratocaster Varianten liegt im Preis. Während hochwertige, in den USA produzierte Stratocaster mit mindestens 1300,- EUR zu Buche schlagen, sind Squier Strats bereits für 10% des Preises erhältlich. Das bei einem derart starken Preisunterschied technische Unterschiede vorliegen, ist vermutlich selbsterklärend – ob der hohe Preis dadurch jedoch gerechtfertigt ist, sei dahingestellt.

Fazit

Bei beiden Gitarren handelt es sich um eine echte Stratocaster, beide Gitarren sind in der Lage, großartige Sounds zu produzieren. Wenn es um die Verarbeitungsqualität und die Güte der verwendeten Materialien und Teile geht, haben die Modelle des amerikanischen Mutterkonzerns ganz klar die Nase vorn: Hochwertige Hölzer, spezielle abgestimmte und gewickelte Pickups, hochwertige Nitro-Lackierung machen die „echte“ Strat zu einem hochklassigen Instrument.

Der enorme Preisunterschied und die durchaus vernünftige Verarbeitung der Squier Stratocaster macht diese Gitarren jedoch zur besten Wahl für Einsteiger und Gitarristen mit einem engeren Budget. Die Verarbeitung mag bei manchen Modellen nicht den höheren Ansprüchen entsprechen, mit einigen Kniffen und der ein oder anderen ausgewechselten Komponenten erhalten Strat-Fans hier jedoch ein wirklich vernünftiges Instrument, mit dem hervorragend musiziert werden kann.

Unser Tipp: Jeder große Händler führt Fender und Squier Strats – wer SEIN Instrument in den Händen hält, wird es schnell merken. Da ist der Name, der auf der Kopfplatte steht, nur noch nebensächlich.

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2 Kommentare
  • Ich bin Anfänger und spiele etwa seit knapp einem Jahr E-Gitarre. Für meine Bedürfnisse reicht eine Squier Stratocaster voll aus. Habe mich für die Squier Bullet Strat entschieden. Der eine Humbucker war mir wichtig, um vom Sound her flexibler zu sein. Preis-Leistung ist bei Squier auf jeden Fall Top. Bin sehr zufrieden 🙂

  • Ich spiele seit 5 Monaten täglichst und habe eine Bullet Strat HSS ohne Vibrato Funktion (gekauft). Als vergleich habe ich eine Ibanez RG170R HSH Bestückung (geschenk) … Die BulletStrat hört sich 1000x klarer und schöner an und finde für das Geld ist für jeden Anfänger bestens geeignet. Die ganze Haptik ist toll… und ich frage mich, was will man noch?! Das Sustain hält so 10 Sek. auf der E2 Saite, man spürt die Vibration des Holzes mega lange…wüsste nicht was man da noch mehr will?! Die Saitenlage samt Hals n bisschen anpassen lassen…quasi perfekt… Nur die Wahl des Amps (MG30FX) war wohl nicht die Beste, hätte nen Line6 nehmen sollen.. :/ Aber zum Clean üben im Wohnzimmer passt der auch alle male… Über etwas „besseres“ wie ne Americian Strat braucht eigentlich niemand nachzudenken der nicht Profi-Musiker ist und/oder Kohle zu viel hat 😆

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