Bugera Combo-Amp

Die besten Röhrenverstärker für Gitarre (2021) – Kaufberatung und Ratgeber

Röhrenverstärker gelten als der heilige Gral, wenn es um DEN Gitarrensound geht. Was die Amps leisten können, wie sie Klingen und was hinter der Technik steckt, lest ihr in unserem Röhren-Ratgeber.

Wie bei anderen Gitarrenverstärker auch, unterscheidet man bei der Bauweise von Röhrenverstärkern zwischen Combos und Topteilen. Bei Combos handelt es sich um Verstärker, die mit einem Lautsprecher zusammen in einem Gehäuse verbaut werden und somit autark nutzbar sind. Besonders für das Proben zu Hause und kleinere Auftritte eignet sich ein Combo Amp dank seiner kompakten Bauweise gut.

Topteile sind Verstärker, die über ein entsprechendes Lautsprecherkabel mit einer oder mehreren Boxen verbunden werden müssen, um zu klingen. Viele Topteile lassen sich auch an eine PA anschließen und sind so auch für Konzerte oder andere Outdoor-Veranstaltungen geeignet.

1. Das Wichtigste in Kürze

  • Art und Bauweise eines Gitarrenverstärkers haben großen Einfluss auf deinen Gitarrensound. Der größte Vorteil eines Röhrenverstärkers gegenüber anderen Bauweisen besteht im Klang: Organische Verzerrung, analoge Signalwege und warme Sounds: Röhren klingen einfach umwerfend 👌
  • Sind Röhrenverstärker für Anfänger geeignet? Sie sind in der Regel etwas teurer als Verstärker mit Transistor oder Modeling Amps aber überzeugen mit ihrem authentischen Sound seit Generation nicht nur erfahrene Musiker und Profis, sondern auch Einsteiger und fortgeschrittene Gitarristen. Anfänger sollten sich besonders für die Combo Bauweise interessieren, da hier bereits Verstärker und Box zueinander passend ausgewählt wurden. Gerade für das Üben zu Hause eignen sich Verstärker mit niedrigerer Leistung, z.B. 5-10 Watt und einem zusätzlichen Kopfhörerausgang.
  • Wie viel Watt 🔊 brauche ich? Falls ihr den Gitarrenverstärker nur zu Hause nutzen wollt, sind 5 – 10 Watt ausreichend. Röhrenverstärker mit 20 Watt und mehr sind für den Einsatz im Proberaum oder auf der Bühne optimal, da diese sich von der Lautstärke gut gegen ein Schlagzeug durchsetzen können.

2. Wie viel Watt sollte ein Röhrenamp haben?

Die Leistung eines Röhrenamps (in Watt) wird oft als Bestandteil des Produktnamens verwenden. Der Vox AC30S1 hat dementsprechend 30 Watt und der Marshall DSL40CR entsprechend 40 Watt.

Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Wattzahlen benötigt. Auch ein 5 Watt Verstärker ist, voll aufgedreht, verdammt laut. Für das Üben zu Hause und das Spielen in den eigenen vier Wänden empfehlen wir Amps mit maximal 10 Watt – alles darüber hinaus ist überdimensioniert. Viele Amps bieten aber auch eine „Power-Soak“ Funktion (Leistungsreduzierung), durch die nur ein Bruchteil der verfügbaren Leistung abgerufen wird (bspw. 0,1 Watt o.ä.).

Wer große Locations bespielt und nicht von einem Mikrofon abgenommen wird, kann sich mit Amps ab 40 Watt Gehör verschaffen. Bei Bandproben, die gern einmal lauter werden, hilft ein 30 – 40 Watt Amp ebenfalls. Im Grunde ist die Leistung des Verstärkers jedoch nicht ausschlaggebend für den Sound – und der lässt sich per Mikrofon oder Line-Ausgang beliebig verstärken.

3. Die besten Röhrenverstärker 2021: Unsere Empfehlungen

Die Röhre steht wieder im Fokus der Gitarristen-Szene – ganz zu Recht, wie wir finden. Da es beinahe unmöglich, einen dauerhaften Überblick zu Modellen und Serien zu behalten, stellen wir euch an dieser Stelle unsere absoluten Favoriten für Proberaum und das Üben zu Hause vor.

➪ Die besten Röhrenverstärker für Einsteiger

Das zeichnet Röhrenverstärker für Einsteiger aus:

  • Combo-Bauweise und kompakte Größe
  • niedriger bis mittlerer Preis (100 – 300 EUR)
  • niedrige Leistung (1-10 Watt je nach Verwendungszweck)
  • überschaubare Anzahl an Effekten und leicht zu bedienen
  • Kopfhörerausgang

#1 Harley Benton TUBE15 Celestion

Während die Hausmarke des Musik-Riesen Thomann bei Gitarren und Bässen bereits echte Erfolge feiern konnte, sind die Verstärker von Harley Benton noch immer echte Geheimtipps. Mit dem 15 Watt starken Röhrenverstärker liefert HB jedoch einen bodenständigen Class A/B Verstärker ab, mit seinen Features eine breite Palette an Ansprüchen bedient. Besonders die Möglichkeit, die Leistung von 15 Watt (bei einer reinen Röhrenverstärkung eine echte Wucht) auf 1 Watt zu reduzieren, macht den Amp auch für den Heimgebrauch sehr gut zu gebrauchen.

#2 Marshall Origin 5C Combo

Wenn es einen Preis für den schönsten Amp gäbe – der kleine Marshall wäre ein heißer Favorit. Doch auch die inneren Werte sprechen für den Marshall: Die 5 Watt können mittels Leistungsreduzierung auf Schlafzimmerlautstärke heruntergeregelt werden, eine Tilt-Schaltung lässt stufenlos zwischen normalem und High-Treble Voicing wechseln. Außerdem mit an Board ein 3-Band EQ sowie ein gut klingender 8″ Celestion Lautsprecher.

#3 Bugera V5 Infinium

Bugera stellt mit dem V5 Infinium einen kompakten und vielseitig einsetzbaren Röhrenverstärker für den Heim- und Proberaumbetrieb vor. Besonders die Möglichkeit, die Ausgangsleistung zwischen 5, 1 und 0,1 (!) Watt zu variieren, liefert viele Einsatzoptionen für den kleinen Combo-Amp. Während die klangliche Auslegung des Amps deutlich in Richtung Clean bzw. leichtem Crunch geht, verträgt sich der Eingang sehr gut mit unterschiedlichen Effektgeräten und bieten über den integrierten Kopfhörerausgang eine Möglichkeit, lautlos zu proben.

➪ Der beste Röhrenverstärker für zu Hause

Das zeichnet Röhrenverstärker für zu Hause aus:

  • Combo-Bauweise
  • Kleine Abmessungen + geringes Gewicht
  • 5-10 Watt Leistung (für angemessene Zimmerlautstärke)
  • Alternativ: Mehr Watt und eine schaltbare Leistungsreduktion für vollen Klang in jeder Umgebung
  • Moderater Preis (ab 100 EUR)
  • Zusätzlicher Kopfhörerausgang

#1 Harley Benton TUBE15 Celestion

Während die Hausmarke des Musik-Riesen Thomann bei Gitarren und Bässen bereits echte Erfolge feiern konnte, sind die Verstärker von Harley Benton noch immer echte Geheimtipps. Mit dem 15 Watt starken Röhrenverstärker liefert HB jedoch einen bodenständigen Class A/B Verstärker ab, mit seinen Features eine breite Palette an Ansprüchen bedient. Besonders die Möglichkeit, die Leistung von 15 Watt (bei einer reinen Röhrenverstärkung eine echte Wucht) auf 1 Watt zu reduzieren, macht den Amp auch für den Heimgebrauch sehr gut zu gebrauchen.

➪ Die Preis-Leistungssieger unter 500€

#1 Marshall Origin 20C Combo

Mit dem 20C Combo steht schon der zweite Vertreter der Origin Familie in unserer Liste: Mit satten 20 Watt Leistung ist der 20C jedoch weitaus live-tauglicher, als sein kleinerer Bruder. Doch nicht nur die Leistung wurde beim 20C angepasst, auch die Ausstattung erfährt einige Verbesserungen. Besonders der serielle Effekt-Einschleifweg erweitert das Paket immens – die Möglichkeit, Effektgeräte komplett einzuschleifen liefert völlig neue klangliche Optionen. Mit an Board ist außerdem die Möglichkeit, einen Fußschalter anzuschließen und mittels DI-Out Recording zu betreiben. Ideal also fürs Wohnzimmer, den Proberaum und auch das Heimstudio!

#2 Fender Super Champ X2

Keine Verstärker-Bestenliste ohne Fender! Unser Kandidat hat sich seinen Platz jedoch nicht nur aufgrund seines Namens verdient. Der Super Champ liefert klanglich genau das, was wir von einem Fender Röhrenverstärker erwarten. Klare, singende Höhen mit reichlich Reserven für dreckige Sounds.

Besonders eindrucksvoll ist die Integration von 15 Effekten, die sich mittels unterschiedlicher Parameter einstellen und bearbeiten lassen. Neben der Möglichkeit, einen externen Lautsprecher anzuschließen (besonders im Proberaum mit lautem Schlagzeug eine gute Idee…) liefert der Fender gleich einen USB-Ausgang für das Recording mit – perfekt!

#3 Vox AC10C1 Custom

Vox ist mit seinen Verstärkern der ursprünglichen AC Serie bereits heute eine Legende. Doch auch im Einsteigersegment liefern die Briten genau das: Großartigen Sound. Der 10″ Lautsprecher liefert ein differenziertes, ausdrucksstarkes Klangbild und unterstreicht die natürlichen Klänge der Röhrenvor- und Endstufe. Die Möglichkeit, den Verstärker als Combo zu betreiben, oder einen externen Lautsprecher anzuschließen, erweitert die Verwendungsmöglichkeiten des AC10C1 noch. Besonders im Zusammenspiel mit Effektgeräten liefert der Vox großartigen Röhrensound zum Einsteigerpreis!

➪ Die besten Röhrenverstärker für den Proberaum

Das zeichnet Röhrenverstärker für den Proberaum aus:

  • Combo oder Stack Bauweise
  • Leistung: ab 20-30 Watt sind die meisten Röhrenverstärker Proberaum tauglich (ggf. auf Vollröhre achten)
  • Mittleres Preissegment (ab 300 EUR)
  • 1 oder 2 Kanäle (Clean und Distortion/Overdrive)
  • optional: integrierter Hall
  • Fußschalter Anschluss
  • ggf. Anschluss für externe Laut­spre­cher

#1 Fender Hot Rod Deluxe IV

40 Watt Röhrenpower, drei voneinander getrennte Kanäle, 12″ Celestion Type A Lautsprecher und der unvergleichliche Fender Silver-Face Look machen den Hot Rod Deluxe IV zu einem ernstzunehmenden Amp für alle Einsatzsituationen. Die verlässliche und erprobte Kombination aus 3x12AX7 Vorstufenröhren und 2x6L6 Endstufenröhren liefert einen kräftigen und druckvollen Röhrensound, der sowohl Live als auch im Proberaum durchsetzungsstark und akzentuiert ist. Mit zusätzlichen Möglichkeiten (Power Amp In und Preamp Out) ist der Hot Rod Deluxe nicht dazu verdammt, „nur“ als Combo genutzt zu werden. Fender-Typische Verarbeitung und der klassische Look machen den Amp zu etwas ganz besonderem – und spricht sicher nicht ausschließlich Anfänger an!

#2 Blackstar HT-20R MkII Valve Combo

Hinter dem etwas ungelenken Namen verbirgt sich ein 20 Watt starker Combo des Herstellers Blackstar, der durch sein durchdachtes Gesamtkonzept überzeugen kann. Trotz der vergleichsweisen geringen Größe liefert der Amp einen ausgewachsenen 12″ Custom Lautsprecher und allerhand technischer Möglichkeiten. Besonders die Möglichkeit, Effektgeräte im Effektloop zu positionieren, erweitert die Optionen Live und im Studio enorm. Die unterschiedlichen Kanäle lassen sich mittels mitgeliefertem Fußpedal umschalten, Recording ist mittels USB-Ausgang kein Problem und die Verstärkerleistung lässt sich auf 2 Watt wohnzimmergerecht herunterregeln – Klasse!

#3 Marshall Studio Vintage SV20C Combo

Mit dem klassischen, 1-Kanal Röhrenverstärker aus der Studio Serie bringt Marshall ein solides, hochwertiges und klassisches Teil auf den Markt. Die 20 Watt Ausgangsleistung können bei Bedarf auf schlafzimmertaugliche 5 Watt gedrosselt werden, die Eingangs-Varianten bieten die Möglichkeit, zwischen einem klassischen, neutralen Sound und einem High Treble Sound zu wählen. Die unterschiedlichen Pickup-Outputs werden mit Hi- und Low-Eingängen kompensiert. Außerdem verfügt der SV20C über einen DI-Out (Recording), einen seriellen FX-Loop und einen großartig klingenden 10″ Speaker – was will man mehr?

➪ Unser Tipp: Fender Blues Junior Lacquered Tweed

Unser Geheimtipp für alle Gitarristen, die an einem „No-Nonsense“ Amp interessiert sind: Der Fender Blues Junior kommt ganz im Stile der ikonischen Fender Tweed Amps daher und liefert einen großartigen Sound. Der 12″ Jensen Lautsprecher drückt ordentlich und agiert dabei extrem natürlich, weiß die 15 Watt Ausgangsleistung in jeder Situation zu einem genialen Sound zu bringen. Mit zwei EL84 Röhren an der Endstufe lässt der Blues Junior die Konkurrenz in Sachen Endstufenzerre im Regen stehen – so muss ein Verstärker klingen!

4. Top-Marken und Hersteller für Gitarrenverstärker mit Röhren

Diese Marken stellen qualitative Gitarrenverstärker her:

1. Röhrencombos von VOX

Der britische Traditionshersteller lieferte einst den Urvater der britisch-klingenden Röhrenamps – den AC30. Der legendäre Sound dieser Verstärker wurde bis heute unzählige Male kopiert und dient vielen Gitarristen und Amp-Herstellern als Referenzsound.

Doch auch die modernen Amps aus dem Hause Vox wissen zu gefallen: Egal, ob moderne Neuauflagen alter Klassiker oder neue Modelle – bei Vox liegt der Fokus auf klarem, echtem Sound. Besonders die ausgefeilten Schaltungen und die hervorragende Fertigungsqualität der Röhrenverstärker macht Vox zu einem der (in unseren Ohren) besten Röhrenverstärker-Marken der Welt.

2. Röhrencombos von Marshall

Die riesigen Boxentürme und Topteile in der berühmten Messing-Optik kennen wohl alle Fans der Rockmusik. Doch auch die Combos des Herstellers aus Großbritannien lassen die Herzen von Gitarristen weltweit höherschlagen.

Sound und Verarbeitung gehören bei Marshall zu den absoluten Pluspunkten – kaum ein anderer Amp bringt diesen kernigen, knurrigen Sound. Besonders im Zusammenspiel mit gut ausgewählten Lautsprechern (in der Regel setzt Marshall auf Celestions) geht mit einem Marshall-Combo alles: Vom Wohnzimmer-Gig über die Probe bis hin zum Live-Auftritt!

3. Fender Combos mit Röhrenverstärker

Fender legte bereits in den frühen 1950er Jahren den Grundstein für dass, was wir heute mit der amerikanischen Marke verbinden – reinen und puren Rock-Sound aus hervorragenden Instrumenten und Verstärkern.

Im Bereich der Röhrencombos ist Fender in vielerlei Hinsicht die Nummer 1 am Markt. Immer wieder haben es die Ingenieure geschafft, ihren Sound neu zu erfinden und haben einen Klassiker nach dem nächsten produziert. Und auch heute noch steht Fender nicht still – hochwertige Neuauflagen alter Legenden findet man ebenso im Produktkatalog, wie neue, modern ausgerichtete Röhrencombos!

4. Blackstar

Blackstar gilt vielen Gitarristen noch immer als Geheimtipp, wobei sich der Hersteller bereits seit vielen Jahren am Markt etabliert hat. Mit sehr modernen, innovativen Lösungen haben sich die Technikexperten von Blackstar einen Namen gemacht.

Soundmäßig kaum auf eine klassische Kategorie festzulegen, bieten Blackstar Amps eine Menge Sound für vergleichsweise wenig Geld. Besonders die Röhrencombos strotzen dabei nur so vor Energie und Spielfreude – unterstützt von technischen Raffinessen fühlen sich die Amps dabei zwischen Schlafzimmer und Live-Bühne überall wohl!

Gitarrenverstärker

5. Ratgeber: Röhrenverstärker für Gitarre

1. Funktionsweise

Ohne zu sehr in das Thema Röhrentechnik einzusteigen, lässt sich die Funktionsweise von Röhrenverstärkern wie folgt beschreiben: Durch den Einsatz von Elektronenröhren, wird das niedrige Eingangssignal der Gitarre (und eventuell dazwischen geschalteten Effektgeräten) in zwei Stufen verstärkt und an den Lautsprecher weitergegeben.

Bei den beiden Verstärkungsstufen handelt es sich um den Vorverstärker (engl. Preamp) und die Endstufe (engl. Poweramp). Erst im Zusammenspiel dieser beiden Stufen entsteht ein für Lautsprecher zu verarbeitendes Signal. Im internen Aufbau der unterscheiden sich Gitarrenverstärker teilweise recht stark voneinander. So kommen etwa Bauweisen mit einer Vorstufe, mit zwei Vorstufen oder mit wechselseitig arbeitenden Röhren (sogenannte Class A/B Verstärker) zum Einsatz.

2. Schaltungen

Häufig liest man bei der Recherche zu Röhrenamps von Class A und Class A/B Verstärkern. Diese Bezeichnung beschreibt die interne Arbeitsweise der Verstärker: Bei einem Class A Verstärker übernimmt eine Röhre die Verstärkung des gesamten Signals, während sich bei einem Class A/B Verstärker zwei Röhren diese Aufgabe teilen. Die einfachere Schaltung der Class A Amps machen diese in der Regel etwas wartungsfreundlicher. Der klangliche Unterschied jedoch ist selbst für Profis kaum auszumachen.

Röhrenamp

3. Varianten

Durch den eigenen Klang der Verstärkung mittels Röhre, werden Röhrenverstärker auch in artfremden Formen angeboten: Immer häufiger gibt es auch sogenannte Halbröhren oder Hybridamps. Hierbei übernimmt eine leistungsstarke und unempfindliche Transistorendstufe die endgültige Verstärkung, während eine röhrenbetriebene Vorstufe den Klang formt und färbt.

4. Klang

Der Klang von Röhrenverstärkern gilt unter vielen Gitarristen als bisher unerreicht und mit technischen bzw. digitalen Mitteln nicht umzusetzen. Der Grund dafür liegt in der rein analogen Verarbeitung des Signals von der Gitarre zum Lautsprecher.

Durch diese direkte Übertragung schaffen es Röhrenverstärker, den Ton der Gitarre und ihrer Bestandteile besonders authentisch zu tragen. Der Klang wird als besonders organisch, lebendig und offen beschrieben. Im Unterschied zu Röhrenverstärkern klingen Transistorverstärker etwas kälter und weniger natürlich.

Besonders deutlich werden die Klangunterschiede in höheren Belastungen der Verstärker: Während Transistorverstärker bis zu Lastgrenze linear lauter werden, fangen die Elektronenröhren ab einem bestimmten Punkt an, zu übersteuern und das Signal zu verzerren. Die fast schon romantisierte Röhrensättigung treibt den Klang in Richtung eines Overdrives und lässt den Sound knurrend und die Verzerrung abgleiten – ein großartiger Klang!

Fender Röhrenverstärker

6. Die wichtigsten Fragen und Antworten

Rund um das Thema Röhrenverstärker ranken sich diverse Mythen, Frage und Halbwahrheiten. Wir haben die häufigsten Fragen zum Thema zusammengestellt und euch die passenden Antworten formuliert:

1. Wie lange halten Röhrenverstärker?

Durch einen schonenden Umgang mit dem Verstärker halten Röhrenverstärker quasi unbegrenzt lang, lediglich die Röhren stellen Verbrauchsmaterialien dar, die in bestimmten Intervallen getauscht werden müssen.

Beim Zeitpunkt des Röhrentauschs gibt es allerdings unterschiedliche Ansätze: Sobald eine Röhre beschädigt ist und nicht mehr arbeitet, muss diese sofort ersetzt werden. Altern Röhren einfach, ohne beschädigt zu sein, verändern sie nach und nach ihren Klang. Manche Röhren neigen im Alter dazu, dumpfer und matschiger zu klingen – ein Austausch ist jetzt angeraten, um den originalen Klang des Verstärkers wieder herzustellen und einen Defekt der Röhren zu verhindern.

Anders sieht es bei Neugierigen aus: Durch den Austausch der Röhren gegen andere, verändern Verstärker ihren Sound teilweise ganz eklatant. Natürlich ist stets darauf zu achten, dass die korrekten Röhren eingebaut werden!

2. Was sind Vor- und Nachteile eines Röhren-Amps?

Um sich zwischen Transistor- und Röhrenverstärker zu entscheiden haben wir euch eine Pro-und-Kontra-Liste zusammengestellt, die euch bei der Wahl eines geeigneten Gitarrenamps weiterhelfen kann:

Pro:

  • Der Klang: Organische Verzerrung, analoge Signalwege und warme Sounds: Röhren klingen einfach umwerfend.
  • Wartung: Auch wenn ab und an ein Röhrenwechsel ansteht: Diese Arbeit kann selbstständig übernommen werden, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Bei gelöteten Platinen und Transistortechnik bedeutet ein Defekt häufig das komplette Aus.
  • Dynamik: Bei Röhrenverstärkern spielt die Art des Anschlags auf der Gitarre eine weit größere Rolle als bei Transistorverstärkern. Durch sanfte Anschläge lässt sich ein sehr cleaner, klarer Sound erreichen, während stark geschlagene Noten und Akkorde den Amp schneller in die Zerre treiben.

Kontra:

  • Vintage-Feal: Röhrenverstärker werden seit über 80 Jahren zur Verstärkung elektronischer Instrumente genutzt. Diese Vergangenheit spürt man, wenn man einem warmen Röhrenamp nahe kommt – auch wenn vielleicht ein kleines bisschen Einbildung dabei ist.
  • Größe und Gewicht: Röhrenamps benötigen ihren Platz. Während mit externen Interfaces und einem Laptop bereits alles beisammen ist, was für die Modelling-Fans notwendig ist, brauchen Röhrenamps mehr „Luft“. Gerade wenn ein Combo Amp zu transportieren ist, wird schnell deutlich, was es bedeutet, wenn von „schweren Sounds“ gesprochen wird.
  • Anfälligkeit: Röhren sind fragile Bauteile, die besonders bei starken Temperaturschwankungen gefährdet sind. Grad nach einem Transport im kalten Auto sollten die Röhren Gelegenheit bekommen, sich zu akklimatisieren.
  • Wartung: Wer keine Lust hat, an elektronischem Equipment zu basteln, der muss wohl oder übel einen Fachmann beauftragen, die Röhren zu tauschen. Mit den entsprechenden geldlichen Nachteilen.

3. Muss ich einen Röhrenverstärker vorheizen?

Elektronenröhren nutzen einen glühenden Leiter, um die Signale zu verstärken. Um korrekt arbeiten zu können, benötigen sie daher eine entsprechende Temperatur. Das sogenannten Vorheizen ist geeignet, um die Lebensdauer der Röhren nicht unerheblich zu verlängern und wird daher empfohlen. Je nach Bauart der genutzten Röhren ist es zwar nicht zwingend notwendig, schadet allerdings nie. Ungefähr 30 Sekunden bis 1 Minuten vorheizen wird empfohlen.

4. Was ist Distortion und Overdrive?

Man unterscheidet bei der Auslastung und dadurch entstehenden Verzerrung bei Verstärkern mitunter Distortion und Overdrive. Hierbei handelt es sich nach einer Definition um zwei unterschiedliche Vorgänge. Während bei Distortion die Vorstufe übersteuert, wird beim Overdrive die Endstufe zum Übersteuern gebracht.

Siehe auch: Die besten Distortion Pedale

Hierdurch ergeben sich klangliche Unterschiede: Während die „echte“ Endstufensättigung nur bei hohen Lautstärken erreicht werden kann, ist eine Vorstufenverzerrung bereits bei niedrigeren Schallpegeln möglich. Ein Overdrive klingt meist etwas wärmer, als ein Distortion.

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1 Kommentar
  • Bin derzeit auch auf der Such nach einem Röhrenverstärker, kenne mich allerdings nicht super gut aus. Euer Artikel ist echt super, hat mir meine wichtigsten Fragen auf jeden Fall beantwortet. Besten Dank dafür

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