thomann.de
Bugera Combo-Amp

Combos mit Röhrenverstärker

Zuletzt aktualisiert:

Röhrenverstärker gelten als der heilige Gral, wenn es um DEN Gitarrensound geht. Was die Amps leisten können, wie sie Klingen und was hinter der Technik steckt, lest ihr in unserem ultimativen Röhren-Ratgeber.

Funktionsweise

Ohne zu sehr ins Technische einzusteigen, lässt sich die Funktionsweise von Röhrenverstärkern wie folgt beschreiben: Durch den Einsatz von Elektronenröhren, wird das niedrige Eingangssignal der Gitarre (und eventuell dazwischen geschalteten Effektgeräten) in zwei Stufen verstärkt und an den Lautsprecher weitergegeben.

Bei den beiden Verstärkungsstufen handelt es sich um den Vorverstärker (engl. Preamp) und die Endstufe (engl. Poweramp). Erst im Zusammenspiel dieser beiden Stufen entsteht ein für Lautsprecher zu verarbeitendes Signal. Im internen Aufbau der unterscheiden sich Gitarrenverstärker teilweise recht stark voneinander. So kommen etwa Bauweisen mit einer Vorstufe, mit zwei Vorstufen oder mit wechselseitig arbeitenden Röhren (so genannte Class A/B Verstärker) zum Einsatz.

Typen, Arten und Bauweisen

Gitarrenverstärker

Bei Röhrenverstärkern unterscheidet man in der Regel zwischen den tatsächlichen Bauformen und internen Schaltungen. Hinzu kommen einige unterschiedliche Bauweisen, die im folgenden erläutert werden sollen.

Bauformen

Wie bei anderen Verstärkern auch, unterscheidet man üblicherweise zwischen Combos und Topteilen. Bei Combos handelt es sich um Verstärker, die mit einem Lautsprecher zusammen in einem Gehäuse verbaut werden und somit autark nutzbar sind. Besonders für das Proben zuhause und kleinere Auftritte eigenen sich Combos dank ihrer kompakten Bauweise gut.

Topteile sind Verstärker, die über ein entsprechendes Lautsprecherkabel mit einer oder mehreren Boxen verbunden werden müssen, um zu klingen. Viele Topteile lassen sich auch an eine PA anschließen und sind so auch für riesige Konzerte geeignet.

Schaltungen

Häufig liest man bei der Recherche zu Röhrenamps von Class A und Class A/B Verstärkern. Diese Bezeichnung beschreibt die internen Arbeitsweise der Verstärker: Bei einem Class A Verstärker übernimmt eine Röhre die Verstärkung des gesamten Signals, währen sich bei einen Class A/B Verstärker zwei Röhren diese Aufgabe teilen. Die einfachere Schaltung der Class A Amps machen diese in der Regel etwas wartungsfreundlicher. Der klangliche Unterschied jedoch ist selbst für Profis kaum auszumachen.

Röhrenamp

Varianten

Durch den eigenen Klang der Verstärkung mittels Röhre, werden Röhrenverstärker auch in artfremden Formen angeboten: Immer häufiger gibt es auch sogenannte Halbröhren oder Hybridamps. Hierbei übernimmt eine leistungsstarke und unempfindliche Transistorendstufe die endgültige Verstärkung, während eine röhrenbetrieben Vorstufe den Klang formt und färbt.

Klang

Der Klang von Röhrenverstärkern gilt unter vielen Gitarristen als bisher unerreicht und mit technischen bzw. digitalen Mitteln nicht umzusetzen. Der Grund dafür liegt in der rein analogen Verarbeitung des Signals von der Gitarre zum Lautsprecher.

Durch diese direkte Übertragung schaffen es Röhrenverstärker, den Ton der Gitarre und ihrer Bestandteile besonders authentisch zu tragen. Der Klang wird als besonders organisch, lebendig und offen beschrieben. Im Unterschied zu Röhrenverstärkern klingen Transistorverstärker etwas kälter und weniger natürlich.

Besonders deutlich werden die Klangunterschiede in höheren Belastungen der Verstärker: Während Transistorverstärker bis zu Lastgrenze linear lauter werden, fangen die Elektronenröhren ab einem bestimmten Punkt an, zu übersteuern und das Signal zu verzerren. Die fast schon romantisierte Röhrensättigung treibt den Klang in Richtung eines Overdrives und lässt den Sound knurrend und die Verzerrung abgleiten – ein großartiger Klang!

Fender Röhrenverstärker

Unsere Empfehlungen (Stand: 03/2020)

Die Leistung der jeweiligen Röhrenamps (in Watt) wird oft als Bestandteil des Produktnamens verwenden. Der Vox AC30S1 hat dementsprechend 30 Watt und der Marshall DSL40CR entsprechend 40 Watt. Falls ihr den Amp nur zu Hause nutzen wollt sind 5 – 10 Watt ausreichend. Röhrenverstärker mit 20 Watt und mehr sind für den Einsatz im Proberaum oder auf der Bühne optimal, da diese sich von der Lautstärke gut gegen ein Schlagzeug durchsetzen können.
Hier also nun unsere Empfehlungen:

Röhrencombos von VOX

Röhrencombos von Marshall

Fender Combos mit Röhrenverstärker

Die Favoriten der Redaktion

Das hier sind unsere Lieblinge. Stand: 03/2020

Die besten Röhrenverstärker für Einsteiger

Der beste Röhrenverstärker für zu Hause

Die Preis-Leistungungssieger unter 500€

Unser Tipp: Fender Blues Junior Lacquered Tweed

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Rund um das Thema Röhrenverstärker ranken sich diverse Mythen, Frage und Halbwahrheiten. Wir haben die häufigsten Fragen zum Thema zusammengestellt und euch die passenden Antworten formuliert:


Wie lange halten Röhrenverstärker?

Durch einen schonenden Umgang mit dem Verstärker halten Röhrenverstärker quasi unbegrenzt lang, lediglich die Röhren stellen Verbrauchsmaterialien dar, die in bestimmten Intervallen getauscht werden müssen.

Beim Zeitpunkt des Röhrentauschs gibt es allerdings unterschiedliche Ansätze: Sobald eine Röhre beschädigt ist und nicht mehr arbeitet, muss diese sofort ersetzt werden. Altern Röhren einfach, ohne beschädigt zu sein, verändern sie nach und nach ihren Klang. Manche Röhren neigen im Alter dazu, dumpfer und matschiger zu klingen – ein Austausch ist jetzt angeraten, um den originalen Klang des Verstärkers wieder herzustellen und einen Defekt der Röhren zu verhindern.

Anders sieht es bei Neugierigen aus: Durch den Austausch der Röhren gegen andere, verändern Verstärker ihren Sound teilweise ganz eklatant. Natürlich ist stets darauf zu achten, dass die korrekten Röhren eingebaut werden!

Was sind Vor- und Nachteile eines Röhren-Amps?

Um sich zwischen Transistor- und Röhrenverstärker zu entscheiden, hilft die folgende Pro und Kontra Liste sicherlich weiter:

Pro:

– Der Klang! Organische Verzerrung, analoge Signalwege und warme Sounds: Röhren klingen einfach umwerfend.

– Wartung. Auch wenn ab und an ein Röhrenwechsel ansteht: Diese Arbeit kann selbstständig übernommen werden, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Bei gelöteten Platinen und Transistortechnik bedeutet ein Defekt häufig das komplette Aus.

– Dynamik: Bei Röhrenverstärkern spielt die Art des Anschlags auf der Gitarre eine weit größere Rolle als bei Transistorverstärkern. Durch sanfte Anschläge lässt sich ein sehr cleaner, klarer Sound erreichen, während stark geschlagene Noten und Akkorde den Amp schneller in die Zerre treiben.

Kontra:

– Vintage-Feal: Röhrenverstärker werden seit über 80 Jahren zur Verstärkung elektronischer Instrumente genutzt. Diese Vergangenheit spürt man, wenn man einem warmen Röhrenamp nahe kommt – auch wenn vielleicht ein kleines bisschen Einbildung dabei ist.

– Größe und Gewicht: Röhrenamps benötigen ihren Platz. Während mit externen Interfaces und einem Laptop bereits alles beisammen ist, was für die Modelling-Fans notwendig ist, brauchen Röhrenamps mehr „Luft“. Gerade wenn ein Combo zu transportieren ist, wird schnell deutlich, was es bedeutet, wenn von „schweren Sounds“ gesprochen wird.

– Anfälligkeit: Röhren sind fragile Bauteile, die besonders bei starken Temperaturschwankungen gefährdet sind. Grad nach einem Transport im kalten Auto sollten die Röhren Gelegenheit bekommen, sich zu akklimatisieren.

– Wartung: Wer keine Lust hat, an elektronischem Equipment zu basteln, der muss Wohl oder Übel einen Fachmann beauftragen, die Röhren zu tauschen. Mit den entsprechenden geldlichen Nachteilen.

Muss ich einen Röhrenverstärker vorheizen?

Elektronenröhren nutzen einen glühenden Leiter, um die Signale zu verstärken. Um korrekt arbeiten zu können, benötigen sie daher eine entsprechende Temperatur. Das so genannten Vorheizen ist geeignet, um die Lebensdauer der Röhren nicht unerheblich zu verlängern und wird daher empfohlen. Je nach Bauart der genutzten Röhren ist es zwar nicht zwingend notwendig, schadet allerdings nie. Ungefähr 30 Sekunden bis 1 Minuten Vorheizen wird empfohlen.

Was ist Distortion und Overdrive?

Man unterscheidet bei der Auslastung und dadurch entstehenden Verzerrung bei Verstärkern mitunter Distortion und Overdrive. Hierbei handelt es sich nach einer Definition um zwei unterschiedliche Vorgänge. Während bei Distortion die Vorstufe übersteuert, wird beim Overdrive die Endstufe zum Übersteuern gebracht.

Hierdurch ergeben sich klangliche Unterschiede: Während die „echte“ Endstufensättigung nur bei hohen Lautstärken erreicht werden kann, ist eine Vorstufenverzerrung bereits bei niedrigeren Schallpegeln möglich. Ein Overdrive klingt meist etwas wärmer, als ein Distortion.

Welcher Röhrenverstärker ist für Anfänger geeignet?

Anfänger sollten sich besonders für Combos interessieren, da hier bereits Verstärker und Box zueinander passend ausgewählt wurden. Gerade für das Üben zuhause eignen sich Verstärker mit niedrigerer Leistung, z.B. 5-10 Watt und einem zusätzlichen Kopfhörerausgang.

Wie viel Watt brauche ich?

Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Wattzahlen benötigt. Eins jedoch vorneweg: Auch ein 5 Watt Verstärker ist, voll aufgedreht, verdammt laut. Für das Üben zuhause und das Spielen in den eigenen vier Wänden empfehlen wir Amps mit maximal 10 Watt – alles darüber hinaus ist überdimensioniert. Viele Amps bieten aber auch eine „Power-Soak“ Funktion, durch die nur ein Bruchteil der verfügbaren Leistung abgerufen wird (bspw. 0,1 Watt o.ä.).

Wer große Locations bespielt und nicht von einem Mikrofon abgenommen wird, kann sich mit Amps ab 40 Watt Gehör verschaffen. Bei Bandproben, die gern einmal lauter werden, hilft ein 30 – 40 Watt Amp ebenfalls.

Im Grunde ist die Leistung des Verstärkers jedoch nicht ausschlaggebend für den Sound – und der lässt sich per Mikrofon oder Line-Ausgang beliebig verstärken.

Sag was dazu!

Anzeige