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Effekpedale

Gitarren-Effekte im Überblick: Die wichtigsten Effektgeräte

Alle Gitarristen eint die eine große Aufgabe: Die Suche nach dem perfekten Sound. Wie weit dabei gegangen wird, lässt sich ohne weiteres an den verfügbaren Effektgeräten erkennen: Phaser, Shifter, Fuzz – auf solch exotische Namen stößt der Gitarren-Novize auf der Suche nach SEINEM Sound. Um ein bisschen Ordnung ist Chaos zu bringen, bieten wir euch im folgenden Text eine systematische Übersicht zu den bekanntesten Effekten.

Was sind Effektgeräte?

Bevor wir an die Kategorisierung gehen, einige einleitende Worte zum Effektgerät im Allgemeinen. Als Effekt oder Effektgerät bezeichnet man Geräte, die dazu entwickelt wurden, das Signal der Tonabnehmer der Gitarre zu verändern. Hierbei wird das Ausgangssignal zwischen Gitarre und Soundausgabe (meist der Box) durch elektrische Bauteile verändert. Die Art der Veränderung bezeichnet dann den erreichten Klang.

Welche Effekte braucht man als Anfänger?

E-Gitarren Set
Gitarreneffekte

Eine Frage, fünf Gitarristen, mindestens acht unterschiedliche Antworten: Welche Effekte du als Gitarrist „unbedingt“ brauchst, um deinen Sound zu generieren, kann niemand wirklich sagen. Doch gerade am Anfang ist es ratsam, sich mit den wichtigsten Effekten und Funktionen vertraut zu machen, um nach und nach zu erkennen, was wirklich zum eigenen Sound passt. Daher raten wir dir dazu, die folgenden Pedale einmal zu testen – du wirst sehen, deine Gitarre bietet weit mehr Klangfarben, als du bisher dachtest!

Overdrive oder Distortion

Klar, ab und an darf es mal etwas härter werden. Sei es ein leicht angerauter Chorus oder das volle Metalbrett: Mit einem ordentlichen Zerrpedal erreichst du das, was teure Röhrenamps durch übersteuerte (und extrem laute) Vor- und Endstufenröhren bieten. Ideal ist ein Pedal mit einer großen Bandbreite, so deckst du viele Sounds von Overdrive bis Distortion ab!

Auch interessant: Die 5 besten Distortion-Pedale für E-Gitarre

Reverb, Chorus oder Hall

Sphärische Clean Sounds und größer wirkende Klänge sind mit einem leichten Reverb bzw. Hall gut zu erreichen.

Kleiner Geheimtipp…

Okay, will ich sehen

Kaum ein Gitarrist spielt je ohne eine kleine Prise Hall im Sound – es klingt einfach besser, fetter, runder – und leichte Unsauberkeiten fallen nicht so sehr auf…aber pssst!

verbergen

Delay

Nicht nur für Fans von The Edge (U2), auch alle anderen sollten sich mit zeitbasierten Effekten auskennen. Gerade im Bereich psychodelischer und progressiver Rockmusik sowie (Dub)-Reggae sind Delays nicht wegzudenken. Besonders am Anfang macht das Experimentieren mit den entsprechenden Notenintervallen viele neue Wege auf.

Welche Effekte für welchen Musikstil?

Effektpedale
Pedalboard für Gitarreneffekte

Jeder Musikstil hat seine Eigenheiten – gerade auch beim Gitarrensound. Natürlich, die gespielten Noten beeinflussen den Klang der Stücke. Doch genauso ist die Klangfarbe und die verwendete Effekt-Reihenfolge von Bedeutung. Wir haben euch vier Beispiele für typische Genre-Setups aufgestellt:

Metal

Zerre und gut? Nein, auch bei extremen Metalsounds findet mehr auf dem Effektboard Platz, als man denken könnte. Je nach Spielart ist die Zusammenstellung unterschiedlich, einige feste Größen findest du jedoch überall:

  • Distortion
  • Wah-Wah
  • EQ
  • Noise Gate
  • Flanger

Du siehst, beim Metal kommt es natürlich vor allem auf die Verzerrung an. Damit die aber nicht außer Kontrolle läuft, ist ein Noise Gate sinnvoll, es stoppt störendes Rauschen und Feedback. Flanger, Wah-Wah und EQ lassen deinen Sound flexibler werden, je nach Einstellung erreichst du tiefere Formen der Verzerrung oder breite Clean-Sounds. Die übliche Effektreihenfolge wäre: Wah-Wah – Distortion – EQ – Noise Gate – Flanger.

Alternative Rock

Bands wie R.E.M., Nirvana oder die Foo Fighters gefallen dir? Dann bist du in der bunten Welt des Alternative Rocks zuhause. Besonders unterschiedliche Grade der Verzerrung gibt es hier zuhauf, doch auch Filter- und Zeiteffekte kommen zum Einsatz. Üblich sind bei Alternative Gitarristen etwa:

  • Overdrive
  • Distortion
  • Wah-Wah
  • EQ
  • Flanger
  • Delay

Durch dieses Setup erhältst du die Möglichkeit, den Grad der Verzerrung von sehr sanft bis sehr hart zu variieren. Durch Delay und Flanger lassen sich Soundteppiche kreieren, das Wah-Wah bietet das gewisse Solo-Extra. Eine gute Startkonfiguration wäre: Wah-Wah – Overdrive – Distortion – EQ – Flanger – Delay

Gitarrist

Reggae

Entspannte Rhythmen und sanfte Sounds – beim Reggae geht alles eine Nummer gelassener zu. Die Effekte der Gitarristen entsprechen diesem Eindruck und bedienen sich vor allen an modulierenden und zeitbasierenden Effekten:

  • Overdrive
  • Wah-Wah
  • Chorus
  • Reverb
  • Distortion

Manchmal darf die Gitarre auch im Reggae etwas härter klingen, Overdrive und Distortion lassen sich dabei gut kombinieren. Chorus, Reverb und Wah-Wah färben den Sound vielfältig und erschaffen Soundkulissen, die an Jamaika denken lassen. Die übliche Effektreihenfolge: Wah-Wah – Overdrive – Distortion – Chorus – Reverb

Folk

Im Folk kommt es neben klaren und durchsetzungsstarken Clean Sounds auf klare Modulation und Raumeffekte an. Verzerrung spielt eine untergeordnete Rolle. Die meisten Gitarristen setzen ihr Instrument eher im Hintergrund ein, rhythmische Unterstützung für das Gesamtstück ist eher die Aufgabe als ausschweifende Soli. Entsprechend sieht ein Pedalboard beispielhaft aus:

  • Compressor
  • Overdrive
  • Chorus
  • Delay
  • Reverb
  • Flanger

Um die richtige Stimmung zu treffen, muss der Overdrive warm und organisch eingestellt werden – Modulationsklänge können von Stück zu Stück variieren. Die klassische Reihenfolge der Effekte ist: Compressor – Overdrive – Flanger – Chorus – Delay – Reverb.

Welche Arten von Effekten gibt es?

Pedalboard
Pedalboard

Bei Gitarreneffekten unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten der Sound-Modulation, die sich in vier Arten kategorisieren lassen:

  • Verzerrer
  • Modulationseffekte
  • Dynamikeffekte
  • Raumeffekte

In der Regel werden für die einzelnen Effekte englische Begriffe verwendet, die wir im Folgenden ebenfalls übernehmen werden. Für unsere Sortierung nutzen wir diese klassische Aufteilung als Überbegriffe und werden im weiteren auf die einzelnen Effekte eingehen. Nach den kurzen Beschreibungen findet ihr bekannte Songs, in denen das Effektgerät gehört werden kann, außerdem werden die wichtigsten Werte/Einstellungen der Effekte genannt. Den Abschluss der Kategorietexte bildet je ein Beispielgerät – hier findet ihr berühmte Effekte und legendäre Sounds.

Verzerrer

Verzerrer sorgen für eine Übersteuerung des Signals und führen zu einem rauen und aggressiverem Klang. Besonders in der Rock und Metalmusik finden sich fast überall Verzerrer. Die Effekte, die sich in dieser Kategorie tummeln, nennen sich Overdrive, Distortion und Fuzz. Die Arbeitsweise der Effekte unterscheiden sich grundlegend voneinander und werden je nach gewünschtem Sound auch kombiniert eingesetzt.

Overdrive

Overdriveeffekte sind die Urahnen der Gitarreneffekten. Ihre Funktionsweise hängt eng mit den besonders in früheren Jahren besonders beliebten Röhrenverstärkern zusammen. Das Overdrive führt zu einer stärkeren Ansteuerung der Röhren und erhöht das Eingangssignal bis zu einem Punkt, an dem die Röhren anfangen, das Signal zu verzerren. Die so erreichten Zerren sind eher sanft und eignen sich besonders für weniger extreme Musikstile.

  • Musikbeispiel: Cream – Sunshine of your love
  • Einstellungen: Grad der Verzerrung und Stärke des Ausgangssignals
  • Beispielgerät: Fulltone OCD V2
Tube Screamer

Distortion

Distortioneffekte sind gewissermaßen die bösen Geschwister der Overdriveeffekte. Sie eignen sich besonders, härtere Musikstile mit einer extremeren Zerre zu versorgen. Die genutzte Technologie basiert dabei auf eine größere Anhebung des Eingangspegels – besonders digitale Distortionpedale erzeugen dabei auf analogem Wege fast nicht zu erreichende Klänge. Distortioneffekte kommen besonders in Rock- und Metalstilen Anwendung – bei einer dosierten Anwendung sind Distortioneffekte aber auch in anderen Stilen zu finden.

  • Musikbeispiel: Metallica – Master of Puppets
  • Einstellungen: Grad der Verzerrung, Durchsetzungsfähigkeit des Tons
  • Beispielgerät: Boss DS-1

Auch interessant: Die 5 besten Distortion-Pedale für E-Gitarre

Fuzz

Fuzzeffekte „verstreuen“ das Signal der Gitarre und sorgen so für einen Effekt, der entfernt an den Sound eines defekten Lautsprechers erinnert. Der kratzige und raue Klang wird besonders bei klassischen Rock-Songs häufig angewendet und verfügt über einen sehr organischen Sound. Die Möglichkeiten eines Fuzzeffekts lassen meist sehr feine und dosierte Effekttiefen zu.

  • Musikbeispiel: Rolling Stones – (I can’t Gate No) Satisfaction
  • Einstellungen: Lautstärke und Durchsetzungkraft (Tone)
  • Beispielgerät: Electro-Harmonix OP-Amp Big Muff Reissue

Modulationseffekte

Pedalboard

Modulationseffekte verwenden künstlich erzeugte Signale oder Teilsignale, die dem Eingangssignal der Tonabnehmer beigemischt werden. Zu den Effekten dieser Kategorie werden die folgenden Effekte gezählt:

Chorus

Choruseffekte fügen dem Eingangssignal mehrere veränderte Tonsignale hinzu. Dadurch wird ein Klang simuliert, wie er erzeugt würde, wenn mehrere Gitarren den selben Ton zeitgleich anschlagen würden.

  • Musikbeispiel: Nirvana – Come As You Are
  • Einstellungen: Geschwindigkeit und Effektlautstärke
  • Beispielgerät: Walrus Audio Julia

Flanger

Effekte

Flanger sind Effekte, die dem Gitarrensignal eine erstellte Kopie des Sounds hinzufügen. Sie erzeugt den Klang zeitlich versetzt und lässt eine so genannte Phasenlöschung entstehen. Zusätzlich wird das Signal moduliert und führt so zu einem Klang, der an ein dauerhaft bewegtes Wah-Wah Pedal erinnert. Der entstehende Sound ist schneidend, kreischend.

  • Musikbeispiel: Tears for Fears – Head over Heels
  • Einstellungen: Effekttiefe, Wiederholungsrate
  • Beispielgerät: Boss BF-2 Flanger

Phaser

Phasereffekte nutzen eine ähnliche Arbeitsweise wie Flanger, fügen dem Signal jedoch keine so starke Modulation zu. Die Bezeichnung Phaser deutet bereits darauf hin: Durch die minimal zeitlich versetzte Ausgabe des Signals entsteht ein Effekt, der Phasenlöschung genannten wird – einfach gesprochen wird ein Teil des Sounds verschluckt und durch einen nachfolgenden Klang verschluckt. Dieser Effekt setzt sich dauerhaft fort, so dass eine extreme Veränderung des Klangbildes erreicht werden kann.

  • Musikbeispiel: Billy Joel – Just the way you are
  • Einstellungen: Geschwindigkeit
  • Beispielgerät: MXR phase 90

Rotary

Rotaryeffekte werden auch Leslie-Effects genannt und simulieren die Funktionsweise des legendären Leslie-Kabinetts. Bei diesem ursprünglichen Effekt wurde ein Lautsprecher auf eine rotierende Plattform montiert und vor dem Abnahmemikrofon rotiert. Die durch den Rotaryeffekt veränderte Tonintensität fügt eine besondere Räumlichkeit in den Sound ein.

  • Musikbeispiel: Beatles – Here comes the Sun
  • Einstellungen: Lautstärke und Intensität
  • Beispielgerät: Mooer Soul Shiver

Vibrato

Ein Vibratoeffekt nutzt die selben Mechanismen, wie ein natürliches, gespieltes Vibrato. Wie bei einem Vibrato durch die Greifhand, verändert der Effekt die Tonhöhe des Signals und lässt sie dann wieder auf den Ausgangspegel fallen. Durch diese Arbeit lassen sich sehr organische, schwebende Klänge erzeugen.

  • Musikbeispiel: Otis Redding – A Change is Gonna Come
  • Einstellungen: Geschwindigkeit, Lautstärke
  • Beispielgerät: TC Electronic Shaker

Octaver

Octavereffekte fügen dem Eingangssignal eine oder mehrere Oktaven hinzu. Bei einer hinzugefügten tiefen Oktave lässt sich ein Klang simulieren, der entstehen würde, wenn ein E-Bass mit einer E-Gitarre unisono durch den selben Verstärker spielen würde. Durch die Zugabe höherer Frequenzen entsteht ein räumlicher Effekt, der an zwei Gitarren erinnert, die um 12 Bünde versetzt zueinander spielen.

  • Musikbeispiel: Queens of the Stone Age – Little Sister
  • Einstellungen: Lautstärke und Tonhöhe
  • Beispielgerät: Boss OC-3 Octave

Equalizer

Equalizer lassen sich nur schwer in Effekt-Kategorien einsortieren, da ihre Arbeitsweise sich je nach Einsatzgebiet verändert und sie nicht bloß als Effekt, sondern auch bei Aufnahmeequipment und Verstärkern vorkommen. Equalizer lassen sich vor oder nach dem Verzerrer einsetzen und ermöglichen das Anheben oder Absenken einzelner Frequenzen im Klang.

Hierdurch lassen sich Mitten oder Bässe betonen, Höhne anheben oder absenken und somit das gesamte Klangbild verändern. Equalizer kommen meistens in Form von grafischen EQs zum Einsatz: Durch mehrere Schieberegler lassen sich einzelne Frequenzbänder beeinflussen.

Musikbeispiel: Rolling Stones, Beatles, Metallica – EQs kommen fast überall zum Einsatz!
Einstellungen: Frequenzbereiche / Intensität
Beispielgerät: Boss GE-7 Equalizer

Dynamikeffekte

Dynamikeffekte machen sich eine andere Arbeitsweise zu Nutzen, als andere Effekte, indem sie keine neuen Klänge in den Signalweg einarbeiten, sondern bestehende Signale verändern. Die Namensgebenden Dynamik benennt dabei die Funktionsweise: Der Pegel (Lautstärke) der starken und schwachen Signalteile wird verändert, um einen veränderten Klang zu generieren.

Zu den Dynamikeffekten werden die folgenden Geräte gezählt:

Tremolo

Tremoloeffekte verändern den Pegel des Signals (die Lautstärke) und lassen den Ton ständig an- und abschwellen. So entsteht eine Art Wellenbewegung im Sound, der besonders im Rockbereich häufig verwendet wird.

  • Musikbeispiel: CCR – Born on the Bayou
  • Einstellungen: Geschwindigkeit, Intensität
  • Beispielgerät: Source Audio Vertigo

Compressor

Mit Compressoreffekten wird über alle Musikgenres hinweg gearbeitet, um die Dynamik des Signals zu verändern. Der Effekt hebt schwache Signale an und senkt gleichzeitig stärkere Signale ab. Der so auf einen Pegel komprimierte Sound macht es möglich, Lautstärkenunterschiede auszugleichen (etwa bei ungleich geregelten Pickup-Höhen oder Anschlagsunterschieden).

  • Musikbeispiel: John Mayer – Space for Squares
  • Einstellungen: Durchsetzungsstärke / Attack, Lautstärke
  • Beispielgerät: Fender The Bends Compressor

Booster

Boostereffekte gehören zu den Dynamikeffekten, arbeiten aber wie Overdriveeffekte: Sie erhöhen den Eingangspegel des Instruments und sorgen für einen Lautstärken-Anstieg. Durch diesen Effekt können, vorsichtig eingesetzt, durchsetzungsfähige Clean-Sounds erzeugt werden, bei stärkerer Einstellung auch angezerrte Crunch-Sounds, wobei Booster sanfter arbeiten, als etwa OVerdriveeffekte.

  • Musikbeispiel: ACDC – Back in Black
  • Einstellungen: Tone und Level
  • Beispielgerät: XOTIC AC Booster Pedal

Panner

  • Musikbeispiel: Jimmy Hendrix – Purple Haze
  • Einstellungen: Geschwindigkeit
  • Beispielgerät: Boss PN-2

Volume-Swell

Effektpedale

Volume-Swell-Effekte werden auch Slow Gear genannt und arbeiten wie ein Volume-Pedal: Jeder Ton, der am Effektgerät ankommt wird zunächst auf 0 gesenkt und dann langsam angehoben. Die so entstehende Klangkulisse erinnert an langsam gestrichene Violinen oder Cellos.

  • Musikbeispiel: Metallica – Fight Fire with Fire
  • Einstellungen: Dauer
  • Beispielgerät: Lone Wolf Audio – The Upside Down

Raumeffekte

Klassischerweise gibt es nur zwei echte Raumeffekte, den Reverb und das Delay. Beide Effekte ermöglichen das Eröffnen eines großen Klangraumes, das Signal der Gitarre wird durch Hall- bzw. Echoklänge multipliziert und die akustische Umgebung des Raumes scheinbar verändert.

Delay

Das Delay, auch Echo genannt, wiederholt das gespielte Signal und gibt es verzögert wieder. Das so entstehende Echo kann in Intensität und Geschwindigkeit verändert werden. Durch geschickte Einstellungen lassen sich rhythmische Klangteppiche weben, die ohne Delay kaum möglich wären.

  • Musikbeispiel: Pink Floyd – Another Brick in the Wall
  • Einstellungen: Zeit, Wiederholungen
  • Beispielgerät: Nux Time Core

Reverb

Reverbeffekte verwenden das Eingangssignal, um eine akkustische Umgebung zu verändern. Durch entsprechende Einstellungen lassen sich etwa die Klänge eines weiten, leeren Raumes, oder einer kleinen Kammer simulieren.

  • Musikbeispiel: Led Zeppelin – When the Levee Breaks
  • Einstellungen: Level, Tone, Zeit
  • Beispielgerät: Boss Reverb RV-6

Klangfilter

Systematisch gehören z.B. Wah-Wahs zu den Klangfiltern.

Wah-Wah

Durch das Betätigen einer Wippe wird ein Schalter aktiviert, der das Signal der Gitarre komprimiert und die Frequenz verändert. Durch den weiten Regelweg der Pedale lassen sich unterschiedlich starke Effekte erzielen – in einer rhythmischen, schnellen Abfolge entsteht so auch der namensgebende Ton der Geräte: „Wah-Wah“!

  • Musikbeispiel: Guns ’n Roses: Sweet Child of Mine (Solo)
  • Einstellungen: Maximalanschlag des Pedals
  • Beispielgerät: Dunlop CryBaby

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Die optimale Reihenfolge für Gitarreneffekte

Du findest noch immer deinen Sound nicht, obwohl du alle wichtigen Effektgeräte bereits besitzt und einsetzt? Die besten Effektgeräte entfalten ihren Sound nicht voll, wenn sie innerhalb der Signalkette an der falschen Stelle sitzen – wir haben daher einige Tipps für die optimale Reihenfolge von Gitarreneffekten zusammengestellt.

Natürlich gibt es nicht die eine richtige Lösung, keine allgemeingültige Formel. Dennoch gibt es einige Grundsätze, die es zu beachten gilt:

Um zu verstehen, welches Effektgerät an welche Stelle in der Signalkette gesetzt werden sollte, musst du zuerst wirklich wissen, welches Gerät das Signal auf welche Art verändert. Modulationseffekte, Zeitbasierte Effekte, Verzerrer, all diese Geräte greifen den Sound auf unterschiedliche Arten auf und verändern ihn – wer hier den Überblick verliert, sollte einen Blick auf unsere Liste der verschiedenen Effekte werfen.

Unterschiedliche Positionen – unterschiedliche Funktionen

Die Position innerhalb der Signalkette nimmt starken Einfluss auf die Funktion des jeweiligen Effektgerätes. So kann ein Volumepedal am Anfang des Signals Einfluss auf alle weiteren Effekte nehmen und so z.B. die Verzerrung sanft verringern oder verstärken. Am Ende der Kette nimmt es keinerlei Einfluss mehr auf die Effekte, sondern verändert lediglich die Lautstärke des Gesamtsignals.

FX-Loop oder nicht

Auch der verwendete Amp spielt eine Rolle bei der Auswahl der Effektreihenfolge. Viele höherwertige Verstärker liefern einen so genannten FX-Loop mit. Hier können, grob gesprochen, Effekte zwischen Vor- und Endstufe eingespeist werden. Das Signal wird nach der Vorstufe wieder ausgeleitet und an das Effektboard zurückgegeben. Jetzt können weitere Effekte aufgelegt werden und das Endsignal dann an die Endstufe gesendet werden – die tonalen Möglichkeiten sind riesig!

Experimente steigern die Effektivität

Du solltest dich nicht zu eng an Empfehlungen und Vorgaben halten, wenn es um deine Signalkette geht. Wir haben im Anschluss an diesen Artikel einige Beispielskonfigurationen angehängt – nimm sie als Startpunkt und variiere die Effekte. So erkennst du Möglichkeiten und Grenzen deines Equipments und kommst deinem eigenen Sound näher.

Effektreihenfolge in der Praxis

Nach unseren allgemeinen Grundsätzen kommen wir zur Praxis: Welche Reihenfolgen bieten sich an, welche schließen sich eher aus?

Volumen und Dynamik

Direkt am Anfang deiner Signalkette sollten all jene Effekte stehen, welche die Dynamik des Sounds beeinflussen, zum Beispiel Kompressoren. Somit wird der Grundsound deiner Gitarre verändert und nicht die bereits beeinflusste Dynamik des Gesamtsounds – ähnlich wie bei der Betätigung der Volume- und Tone-Potis. So lassen sich alle folgenden Effekte beeinflussen.

Equalizer pre

Auch wenn es nicht weit verbreitet ist, setzen einige Gitarristen einen Equalizer vor der Verzerrung ein, um zu beeinflussen, welche Frequenzen zuerst zum Zerren gebracht werden sollen. Durch diesen Trick lässt sich der Sound sehr stark formen und beeinflussen.

Verzerrung

Der am häufigsten genutzte Block aller Gitarristen – ein bisschen Overdrive ist immer gut. Wer verschiedene Zerren einsetzen will, sollte zunächst damit beginnen, die sanfteste Verzerrung an den Anfang der Kette zu setzen und sich dann zu steigern. Experimente sind jedoch auch hier erlaubt!

Equalizer post

Nachdem der Sound in der Zerr-Sektion bearbeitet wurde, bietet sich an, einen Equalizer zu benutzen, der die Frequenzen des gezerrten Signals an den gewünschten Klang anpasst. So können die nachgeordneten Effekte gezielt auf angehobene Bereiche im Signal reagieren. Der Gesamtklang der Signalkette wird hierdurch nochmals massiv beeinflusst.

Wer weder Platz noch Ressourcen für zwei EQs auf dem Board hat, sollte zumindest einmal beide Positionen ausprobieren und für den eigenen Geschmack gegeneinander testen.

Modulationseffekte – Flanger, Phaser und co.

Nach der Verzerrung kommen Effekte auf das Board, die den Klang der Gitarre durch Veränderung des Signals beeinflussen. Diese Effekte arbeiten viel mit dem Auslöschen und Überlagern von Frequenzen, so dass sie sehr gut mit bereits verzerrten Signalen zurechtkommen. Das Verzerren von modulierten Sounds kann dazu führen, dass Flanger und Phaser beinahe untergehen.

Delay, Hall, Echo

Hall und Echoeffekte sollen den gesamten Sound betreffen und werden daher weit an das Ende der Signalkette gesetzt. Auch hier gilt es wieder, einen eigenen Weg zu finden, klassisch werden Delay, Hall und Echo jedoch ganz an das Ende gesetzt, um auf das „komplette“ Signal zuzugreifen und nicht bereits im Vorweg zu sehr in den Sound einzugreifen.

Sag was dazu!

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