Gitarrensaiten

Ratgeber: Gitarrensaiten kaufen – Wie Du (endlich) die richtigen Saiten für deine E-Gitarre findest!

Viele Gitarristen probieren und testen über Jahre die unterschiedlichsten Saiten, Stärken, Marken und Materialien aus, bis sie schließlich „ihre“ Saiten gefunden haben. Wesentlich schneller geht es mit unserem Ratgeber.

Ist dir mal aufgefallen, dass das Thema „Gitarrensaiten“ eine richtige Wissenschaft sein kann?

Welche Saitenstärke brauche ich? Was unterscheidet Gitarrensaiten voneinander? Welches Material ist das Richtige? Und worin liegen die Klangunterschiede? Wir versuchen für dich die wichtigsten Fragen in aller Kürze zu beantworten.

Die besten Saiten für Einsteiger

Unsere TOP-Empfehlung für Anfänger (in 2021) sind die Ernie Ball 2223 Saiten:

Wenn du kein Bock oder keine Zeit hast dich mit den verschiedenen Saitenstärken oder Materialien zu beschäftigen und einfach nur die besten Saiten für deine E-Gitarre willst, sind die Ernie Ball Saiten genau die Richtigen für dich.

TOP Preis-Leistungs-Verhältnis. Vielseitig einsetzbar und für so gut wie jeden Musikstil geeignet.

Warum diese Saiten die beste Wahl für Einsteiger sind:

Leichtere Bespielbarkeit: Durch die geringe Saitenstärke (.009er Satz) brauchst du weniger Kraft beim Greifen von Akkorden als bei dickeren Saiten (z.B. .010er oder .11er Satz). Das kommt insbesondere Anfängern zugute, die (noch) empfindliche Finger (mit wenig Hornhaut) haben.
Bewährtes Material: Gitarrensaiten aus nickelbeschichtetem Stahl (Nickel-Plated Steel) sind die beliebteste Variante unter den E-Gitarrensaiten. Klanglich sorgen sie für eine gute Kombination von Wärme und Helligkeit.

Ganz ehrlich: Mit diesen Allrounder-Saiten kannst du nichts falsch machen. Für die meisten Gitarristen sind dies die Standard-Saiten und alle haben mind. 1-2 Sätze davon zu Hause als Ersatz in der Schublade liegen.

Das Einzige worüber du noch nachdenken könntest – falls du wirklich viel Gitarre spielst – sind beschichtete Gitarrensaiten, wie die Elixir Nanoweb. Diese sind langlebiger und weniger anfällig für Schmutz oder Rost. Allerdings kosten sie auch das Doppelte.

Ob sie doppelt so lange halten wie unbeschichtet kann ich dir nicht versprechen aber viele Gitarristen schwören darauf. Da hilft nur selber ausprobieren. Aber weniger oft die Saiten wechseln zu müssen ist insbesondere für Anfänger eine willkommene Erleichterung.

Ob nun Ernie Ball oder Elixir solltest du ganz einfach von deinem Geldbeutel abhängig machen. Beide sind sehr gut. Bist du eher der Typ „gut und günstig“ dann nimm die Ernie Ball und bist du eher vom Schlag „Qualität ist mir super wichtig“ dann viel Freude mit den Elixir Nanoweb Saiten.

P.S.: Viele unserer Leser testen beide und entscheiden sich dann langfristig für den persönlichen Favoriten. Ersatzsaiten für deine E-Gitarre brauchst du so oder so. Zusammen zahlst du dann bei Thomann für beide weniger als 20€ (inklusive Versand!) und hast für Wochen oder sogar Monate ausgesorgt.


Falls du mit Begriffen wie Nickel Wound, Plated Steel und Extra Light etwas anfangen kannst oder wissen willst, was sich dahinter verbirgt, findest du hier alles, was du wissen musst.

Welche Saitenstärke brauche ich?

Saiten für die E-Gitarre werden in unterschiedlichen Stärken angeboten. Die Stärke wird dabei in Zoll angegeben und bezeichnet den Durchmesser der Saiten. Im Handel werden Gitarrensaiten entweder in aufeinander abgestimmten 6-er Sätzen oder selten auch einzeln verkauft.

Durch unterschiedlich dicke Saiten ergeben sich verschiedene Schwingungsverhalten und damit auch ein leicht unterschiedlicher Klang.

Eine Saite, die besonders dick ist, schwing träger als eine sehr dünne Saite. Daher benötigen dicke Saiten grundsätzlich auch mehr Spannung und lassen sich im Vergleich zu anderen Saiten etwas schwerer spielen – das ist auch der Grund, warum bei tiefer gestimmten Gitarren gern dickere Saiten verwendet werden.

Typische E-Gitarrensaiten werden in der Regel mit einer Größenbezeichnung verkauft. Hierbei wird stets der Durchmesser der dünnsten Saite (also dem hohen e) angegeben. Ein 10er Saitensatz (.010) ist also ein 6-er Satz Saiten, bei dem die hohe e-Saite 0,01 Zoll (also etwa 0,025 mm) im Durchmesser ist.

Pro-Tipp: Sollte einmal eine Saite reißen oder beschädigt/verdreckt sein, sollten immer alle sechs Saiten gemeinsam gewechselt werden, um gleichmäßigen Klang und Bespielbarkeit zu erreichen.

Beliebte Saitensätze für E-Gitarre

Diese Bezeichnungen sind herstellerabhängig und variieren stark.

SaiteEHGDAE
Extra/Super/Ultra Light.008.011.014.022.030.038
Light: .009-042 (auch beliebt!) .009.011.016.024.032.042
Regular: .010-046 (sehr beliebt!).010.013.017.026.036.046
Medium: .011-048 (auch beliebt!).011.013.018/0.20 .030.042.052
Jazz.012.015.026.034.044.054
Bariton.013.016.026.036.046.056
Die Stärken der Saiten im Überblick

Im Handel finden sich neben den tatsächlichen Maßen auch andere Bezeichnungen. Wir haben einige Beispiele herausgesucht:

- dünne Saiten: ultra light, extra light, xx light, x light, regular slinky. regular, custom light, light
- mittlere Saiten: medium, true medium
- dicke Saiten: heavy, extra heavy, jazz, bariton

Diese Bezeichnungen sind natürlich nicht genormt und werden von unterschiedlichen Herstellern auch auf verschiedene Weise verwendet.

SaiteMinNormalMax
e-Saite.008.010.013
h-Saite.010.011.017
g-Saite.014.016 .026
D-Saite.020.026 .036
A-Saite.028.036 .046
E-Saite.038.046 .056
Die Stärken der Saiten im Überblick

Ihr seht also: Die Saitenstärke selbst ist nicht ausschlaggebend für einen bestimmten Sound und lässt sich damit auch nicht auf ein Musikgenre festlegen.

Materialien

Saiten für E-Gitarren kann man in drei Grundtypen, wie Stainless Steel, Pur Nickel und Nickel Plated Steel, differenzieren. Alle anderen Varianten von E-Gitarrensaiten sind (wie die Legierungen Silber oder Gold) Beschichtungen.

E-Gitarrensaiten sind aus Metall gefertigt. Der Kern der Saiten ist bei fast allen Herstellern aus Stahl und damit besonders geeignet für eine magnetische Klangerzeugung.

Für die Umwicklung werden hauptsächlich Nickel, vernickelter Stahl und Edelstahl verwendet. Und das auch in unterschiedlichen Legierungen.

Stahlsaiten (Stainless Steel Wound)

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde Edelstahl das erste Mal als Umwicklung von Gitarrensaiten verwendet. Das Material ist stark magnetisch und sorgt durch seine Eigenschaften für einen sehr mitten-betonten Sound. Gerade im Gesamtgefüge einer Band können diese Saiten einen durchschlagenden Erfolg bringen.

Um dieselbe Tonhöhe zu erreichen, müssen Stahlseiten strammer als Nylonsaiten gespannt werden. Da dickere Seiten mehr Masse haben und deshalb mehr Energie aufnehmen können, erzeugen sie vollere und länger andauernde Töne.

Nickelsaiten (Nickel Wound)

Stärke: 010 – 013 – 017 – 026 – 036 – 046

Seit Anbeginn der E-Gitarre werden die meisten Saiten mit einem feinen Nickeldraht gewickelt. Das Material ist silbrig-weiß und gehört zu den Schwermetallen. Da es recht günstig und in großen Mengen verfügbar ist, wird es besonders auch bei günstigeren Saiten sehr häufig verwendet.

Nickel hat einige Nachteile, unter anderem gibt es viele Menschen, die allergisch auf das Schwermetall reagieren (auch bei Modeschmuck ist dieser Effekt bekannt). Die tonalen Eigenschaften von Nickel sind aufgrund der geringen magnetischen Eigenschaften geprägt von einer recht geringen Lautstärke.

Nickel-Steel Strings gehören heute zu den am meisten verkauften E-Gitarren-Saiten.

Nickelstahlsaiten (Nickel Plated Steel) -> sehr beliebt!

Stärke: 010 – 013 – 017 – 030 – 042 – 052

Stärke: 009 – 011 – 016 – 024 – 032 – 042

Die “ Ernie Ball 2223″ sind unsere Empfehlung für Anfänger! Diese Saiten sind recht leicht und flexibel, lassen sich gut spielen und vertragen auch etwas rauere Spielweisen, ohne sofort zu reißen. Außerdem sind sie ein guter Ausgangspunkt für die Suche nach der perfekten Saiten.

Unter dieser Bezeichnung finden sich Saiten, die einen Stahlkern besitzen und mit einem vernickelten Stahldraht umhüllt sind. Diese Kombination wirkt sich positiv und effektiver auf das Magnetfeld aus und kann für einen klareren und brillanteren Klang sorgen. Auch hier ist zu beachten, dass das verwendete Nickel körperliche Reaktionen hervorrufen kann.

Beschichtete Gitarrensaiten (Coated Saiten)

Im Prinzip handelt es sich bei Coated Saiten um Round-Wound Saiten, die mit einem extrem dünnen Polymer umhüllt sind, das verhindert, dass sich Schmutz und Fett in den Saiten festsetzen. So steigt die Haltbarkeit der Saiten enorm.

NYXL

Die vom Hersteller D’Addario hergestellte Beschichtung NYXL basiert auf nickelbeschichtetem Stahl, der eine höhere magnetische Wirkung hat, als Standardnickelsaiten. Hierdurch wird ein mittiger und lauterer Sound erreicht.

Stärke: 009 – 011 – 016 – 24 – 032 – 042

Stärke: 010 – 013 – 017 – 26 – 036 – 046

Flatwound und Roundwound

Bei E-Gitarrensaiten unterscheiden man die folgenden, weit verbreiteten Wicklungsformen:

Flatwound Saiten

Typische Flatwound-Saiten bestehen meist aus Nickel oder Stahl. Ein runder Kern wird mit einem Flachdraht umwickelt. Diese Form der Wicklung sorgt für eine lange Haltbarkeit, schluckt jedoch Mitten und Höhen. Durch die steife Wicklung wird auch das Sustain verkürzt.

Roundwound Saiten

Der aktuelle Standard: Ein runder Kern wird mit einem runden Draht umwickelt. Durch die Flexibilität des Drahtes verlängert sich das Sustain. Nachteil: In den Rillen zwischen den Wicklung sammelt sich schnell Schmutz und Fett – die Lebenszeit der Saiten sinkt.

Flatwound vs. Roundwound

Die Umwicklung der Saitenkerne mit Flachdraht sorgt bei Flatwound Saiten für eine wesentlich glattere Oberfläche (als bei Roundwound Saiten) wodurch unerwünschte Nebengeräusche beim Spielen, weitgehend vermieden werden. Ebenso führt dies zu einem anderen Spielgefühl

Bei den mit rundem Draht umwickelten Roundwound Saiten sind diese Spielgeräusche dagegen deutlicher zu vernehmen und können daher auch gezielt als musikalisches Stilmittel eingesetzt werden.

Neben diesen Formen gibt es auch exotische Wicklungen, die teilweise per Hand erfolgen oder auf besonders geformte Drähte setzen.

Wie oft müssen Saiten gewechselt werden?

Die Lebensdauer von Gitarrensaiten wird durch Luftfeuchtigkeit, Schweiß, Fett der Haut sowie die Krafteinwirkung beim Spielen beeinflusst. Die Saiten verlieren je nach Nutzung nach einigen Wochen oder auch Monaten immer mehr ihren Klang. Mit speziellen Materialien und Beschichtungen gegen Oxidation versuchen manche Hersteller, die Haltbarkeit zu verlängern und dem Verschleiß entgegenzuwirken.

Wie oft Gitarrensaiten gewechselt werden müssen, hängt davon ab, wie oft und intensiv darauf gespielt wird und dementsprechend vom tatsächlichen Zustand. Wenn die Saiten sehr rau oder verrostet sind, der umsponnene Draht sich löst, sollten die Gitarrensaiten auf jeden Fall gewechselt werden, denn der Klang ändert sich, je länger die Saiten aufgespannt sind und bespielt werden.

Auch interessant: Erfahre alles zum Thema Gitarre stimmen und Stimmgeräte

Saitenwechel bei der E-Gitarre

Neue Saiten aufziehen bei einer E-Gitarre ohne Tremolo

Nach Entfernen der alten Saite wird die neue durch das Loch im Saitenhalter am Steg gefädelt. Das Metallbällchen hält die Seite. Bei einigen Modellen wird die Saite durch ein Loch im Hals oder durch die Rückseite durch ein Loch im Korpus gesteckt. Dann führt man die Saite über die Kerbe im Saitenhalter bis zum Sattel, wo sie evtl. noch unter dem Saitenniederhalter durchgeführt und anschließend an der Mechanik befestigt wird.

Saiten wechseln bei einer E-Gitarre mit Tremolo

Hier schneidet man die alte Saite am besten mit einem Seitenschneider durch. Erst dann löst man die Klemmschrauben am Sattel mit dem Innensechskantschlüssel und entfernt den Rest der Saite am Wirbel.

Jetzt öffnet man den Klemm-Mechanismus an der Brücke, löst die Schrauben der Saitenhalterung mit dem Innensechskantschlüssel und entfernt den Saitenrest. Von der neuen Saite wird das Ende mit dem Bällchen abgekniffen. Jetzt wird dieses Ende der Saite am Steg in die Saitenhalterung gesteckt und durch Anziehen der entsprechenden Schraube befestigt. Das andere der Saite wird durch den Saitenniederhalter am Sattel geführt. Danach verfährt man so wie bei den E-Gitarren ohne Tremolosystem. Abschließend muss noch die Klemmschraube am Sattel wieder angezogen werden.

Die richtige Pflege von Gitarrensaiten

Was sich stets empfiehlt, ist nach dem Spielen die Saiten mit einem fusselfreien Baumwolltuch abzuwischen. Alternativ kann man mit Öl (z.B. Speiseöl) die Saiten abwischen. Da Öl vor Korrosion schützt, entfernt es den Rost, macht die Saiten länger haltbar und kostet nur wenig. (Tipp: Leinöl imprägniert zusätzlich und Öl mit Anteile von Limonöl riecht gut). Das Ergebnis sind in der Regel saubere, glatte und gut bespielbare Saiten.

Beliebte Leserfragen zu Gitarrensaiten


Wir haben die häufigsten Fragen zusammengefasst beantwortet:

Welche Saiten sind für Anfänger besonders geeignet?

Als Anfänger bietet es sich an, mit Saiten der Stärke .009 oder .010 zu beginnen.

Gibt es Klangunterschiede bei E-Gitarrensaiten?

Auf jeden Fall! Die verwendeten Materialien verhalten sich unterschiedlich im Zusammenspiel mit dem Magneten des Tonabnehmers und verändern den Sound weit mehr, als manch ein Gitarrist glaubt.

Was sind die führenden Hersteller von E-Gitarrensaiten?

Die bekanntesten Firmen sind wohl Ernie Ball, D’Addario, Dunlop, GHS und Pyramid. Außerdem bieten viele Instrumentenhersteller (z.B. Gibson oder Fender) eigene Saiten an.

Wie finde ich die richtigen Saiten?

Die Suche nach den richtigen Saiten ist lang und manch einer wird sie nie abschließen. Je nach der verwendeten Gitarre und dem gewünschten Sound verhalten sich manche Saiten in unterschiedlichen Setups auch gänzlich anders. Der einzige Tipp, denn man geben kann ist: Ab und zu was neues ausprobieren und sobald man sich wohl fühlt, nicht mehr der „perfekten“ Saite hinterherlaufen.

Welche E-Gitarrensaiten für Downtunings?

Wenn besonders tiefe Sounds erreicht werden sollen, ist es wichtig, dass die Saiten trotzdem genug Spannung aufweisen. Daher ist es ratsam, extreme Downtunings von einem Ganzton oder mehr mit stärkeren Saiten zu testen. Sehr beliebt sind dabei etwa Saitensätze der Stärke .012-.062.

Wie heißen die Namen der 6 Saiten einer Gitarre?

Die dickste und zugleich tiefste Saite (Bass-Saite) ist das (tiefe) E und die dünste und zugleich höchste Saite ist das hohe e. Die Namen sind: E – A – D – G – H – e

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1 Kommentar
  • Hi,-ich frage mich weshalb weder in Foren noch in Blogs die Rede davon ist das die Saiten abgesehen von Rost und Dreck, vor allem ihre Quint und Oktavreinheit(wenn die überhaupt gegeben war als sei neu waren) dadurch verlieren, dass sie während des Spiels gegen die Bundstäbe gedrückt werden und dabei ganz erheblich Formveränderungen erfahren.
    Namentlich erhalten sie durch den auf sie ausgeübten Druck Kerben an den Bundstellen und sind für empfindliche Ohren nicht mehr, oder nur eingeschränkt, zu gebrauchen.
    In dem Zusammenhang möchte ich auf Daddario Nickelwound EXL 150 hinweisen.
    Die „D“-Saite in diesem Satz nutzt sich nach meiner leidvollen Erfahrung vier bis fünf mal schneller ab als die beiden anderen umsponnenen Saiten“E“ und „A“.
    Recht seltsam, denn nah dem Augenschein beurteilt sieht sie genau so aus wie ihre tieferen „Kollegen“
    Leider habe ich im Netz nichts zu diesem Thema gefunden……..

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