Reverb (Hall) Pedale

Die 5 besten Distortion- & Verzerrer-Pedale für Gitarre (2024)

Wer musikalisch harte Klänge bevorzugt und seinen eigenen Gitarren-Sound entsprechend anpassen möchte, kommt früher oder später nicht mehr um ein vernünftiges Distortion-Pedal herum.

Die Pedale haben sich aus den klassischen Overdrive- und Booster-Pedalen entwickeln, welche durch eine Anhebung des Eingangssignals Verstärker zum Übersteuern bringen. Der so entstehende Klang geht zwar, je nach Verstärker, bereits in Richtung Verzerrer, echte Metal-Sounds erreichen aber nur Distortion-Pedale.

Der Unterschied zwischen Overdrive, Distortion, Booster, Verzerrer und Fuzz

Hier sind die Unterschiede zwischen Overdrive, Distortion, Booster, Verzerrer und Fuzz:

  1. Overdrive-Pedale sind darauf ausgelegt, den natürlichen Klang eines übersteuerten Röhrenverstärkers nachzuahmen. Sie fügen dem Signal eine milde bis moderate Verzerrung hinzu und erhöhen den Gain, wodurch das Klangbild wärmer und harmonisch angereichert wird. Overdrive-Pedale reagieren in der Regel dynamisch auf die Anschlagsstärke des Gitarristen, sodass bei sanfterem Anschlag ein saubererer Klang und bei stärkerem Anschlag mehr Verzerrung entsteht. Verzerrer eignen sich besonders gut für Blues, Rock und Classic-Rock-Sounds.
  2. Distortion-Pedale erzeugen eine stärkere und aggressivere Verzerrung als Overdrive-Pedale, indem sie das Gitarrensignal stärker clippen und zusätzliche harmonische Obertöne erzeugen. Diese Pedale erzeugen in der Regel einen künstlicheren und härteren Klang als Overdrive-Pedale, was sie ideal für Musikstile wie Hard Rock, Heavy Metal und Punk macht. Distortion-Pedale bieten in der Regel weniger Dynamik in Bezug auf die Anschlagsstärke des Gitarristen und neigen dazu, einen gleichmäßigeren Grad an Verzerrung über den gesamten Lautstärkebereich zu erzeugen.
  3. Booster-Pedale erhöhen das Volumen und den Gain des Gitarrensignals, ohne die Klangcharakteristik wesentlich zu verändern. Sie können verwendet werden, um das Signal für Soli anzuheben oder den Verstärker stärker in die Sättigung zu treiben, um eine natürliche Verzerrung zu erzeugen. Booster-Pedale sind hilfreich, wenn man den Klang der Gitarre hervorheben oder den Verstärker härter arbeiten lassen möchte.
  4. Verzerrer: Der Begriff „Verzerrer“ wird oft synonym mit „Overdrive“ verwendet, kann aber auch als allgemeiner Ausdruck für Pedale verwendet werden, die Verzerrung erzeugen, einschließlich Overdrive, Distortion und Fuzz. In diesem Sinne bezieht sich der Begriff „Verzerrer“ auf Pedale, die das Gitarrensignal in unterschiedlichem Maße verzerren.
  5. Fuzz-Pedale erzeugen eine extremere Form der Verzerrung, die das Gitarrensignal oft bis zur Unkenntlichkeit verändert. Sie erzeugen einen körnigen, dichten und aggressiven Klang, der sich von dem eines Overdrive- oder Distortion-Pedals unterscheidet. Fuzz-Pedale werden häufig in Psychedelic Rock, Garage Rock und Stoner Rock eingesetzt und sind bekannt für ihren Vintage-Klang, der an die 1960er und 1970er Jahre erinnert.

Zusammengefasst erzeugen Overdrive-, Distortion-, Booster-, Verzerrer- und Fuzz-Pedale unterschiedliche Grade und Arten von Verzerrungen und Gain-Erhöhungen, die den Klang der Gitarre auf vielfältige Weise beeinflussen können.

Verzerrer-Pedale bieten eine wärmere, dynamischere und natürlichere Verzerrung, die an einen übersteuerten Röhrenverstärker erinnert, während Distortion-Pedale eine stärkere, aggressivere und künstlicher wirkende Verzerrung erzeugen, die für härtere Musikstile geeignet ist. Jeder dieser Effekte hat seinen eigenen Charakter und eignet sich für unterschiedliche Musikstile und Anwendungen.

Die 5 besten Distortion-Pedale (2024)

Um euch einen besseren Überblick über das vielfältige Angebot der aktuellen Verzerrer-Pedale zu bieten, haben wir euch unsere persönlichen Top 5 moderner Distortion-Pedale zusammengestellt. Diese Pedale klingen allesamt hervorragend und sind je nach Einsatzzweck absolute Spitzenreiter ihres Genres:

1. Electro Harmonix Big Muff Pi

Die Sounds von Santana, Pink Floyd oder Jimi Hendrix in einer Box – das liefert der Electro Harmonix Big Muff Pi. Die fuzzigen Overdrives bieten ein hartes, metallisches Fundament für den Gitarren-Sound, ohne dabei die Struktur und die Musikalität des Signals zu überdecken. Mit einer sehr transparenten Bassdarstellung liefert der Big Muff Pi von Hause aus ein sehr hartes, mittenbetontes Overdrive-Signal, ohne dabei zu steril zu klingen.

Die Möglichkeit, die Verzerrung über den Sustain-Regler zu beeinflussen, macht den Big Muff Pi Overdrive zu einem sehr wandlungsfähigen Pedal. Das robuste Metallgehäuse macht das Pedal zu einem sehr widerstandsfähigen Begleiter bei Auftritten und Proben. Die Stromversorgung erfolgt klassisch entweder über ein 9V-Batterie oder per 9V-Netzteil – besonders im Rahmen eines Effektboards unbedingt zu bevorzugen!

2. Boss DS-1

Boss DS-1 (Bild: thomann.de)

Ein wahrer Klassiker unter den Distortion-Pedalen ist das Boss DS-1. Mit der Boss-typischen, massiven Bauweise übersteht der Treter auch die anspruchsvollsten und extremsten Shows und ist daher besonders bei Gitarristen beliebt, die häufige Auftritte und umfangreiche Bandproben heil überstehen möchten.

Der Klang des Boss DS-1 ist sehr rau und aggressiv, manch einer spricht von Klängen, die an britische Vollröhrenverstärker erinnert, die weit jenseits ihrer Belastungsgrenze gefahren werden.

Mit Einstellungen für Lautstärke (Level), Distortion und Tone lassen sich aus dem orangen Treter extreme Sounds locken – eindeutig geeignet für Freunde der härteren Musikrichtungen.

3. ProCo Rat 2

ProCo Rat 2 (Bild: thomann.de)

Die „Ratte“ von ProCo ist bereits seit Jahrzehnten auf unzähligen Veröffentlichungen zu hören und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Die Version 2 des Rat liefert sehr vielseitige Sounds, die sich nicht in Genre-Grenzen einsperren lassen. Diese Vielseitigkeit machen den ProCo Rat für diverse Anwendungen interessant: Sowohl als Verzerrer-Pedal für Durchsetzungskraft und „Tightness“ bei schnellen Riffs als auch als Clean Boost ist der Rat einsetzbar.

Die kompakte und robuste Bauweise macht den Rat zum idealen Begleiter bei Auftritten und Proben. Drei Regler (Distortion, Filter und Volume) machen die Einstellung des eigenen Sounds übersichtlich und einfach.

4. Boss Waza MT-2

Boss Waza MT-2 (Bild: thomann.de)

Highend-Pedal für Metal-Sounds gesucht? Das Boss Waza Metal-Zone bietet extremste Verzerrungen in hervorragender Qualität. Die extravagante Waza-Serie der Boss-Pedale legt beim Thema Qualität und Verarbeitung noch einmal eine Schippe drauf: Hochwertige Komponenten, genialer Sound und ein zeitloses Design ergeben zusammen einen Sound, der extremer nicht sein könnte.

Durch die schaltbaren Gainstufen lässt sich das Pedal für zwei unterschiedliche stark verzerrte Sounds einstellen und optimieren. Um auch bei langen Effektwegen keinen Signalverlust zu erleiden, können Gitarristen hier den Bypass-Buffer einschalten und das Signal erneut „pushen“ – ein absolutes Muss bei großen Effekt-Sortimenten!

Das Metal Zone ist kein Pedal für sanfte Klänge, doch alles, was Metal oder Rock heißt, lässt sich mit diesem Pedal erreichen – ein echter Klassiker halt!

5. TC Electronics Fangs Metal Distortion

TC Electronic Fangs Metal Distortion (Bild: thomann.de)

Mit dem Fangs Metal Distortion bietet der Kulthersteller TC Electronics ein wahres Metal-Brett an. Durch die eingebaute Equalizer-Funktion mit regelbaren Bass- und Treble-Frequenzen erreicht das Pedal einen hervorragend und durchsetzungsstarken Sound, der besonders bei Metal die notwendige Triebkraft liefert.

Mit einem True-Bypass Filter ermöglicht das Pedal einen verlustfreien Signalweg und lässt die Signalkette frisch aufspielen. Mit seiner regelbaren Gainstruktur können nicht bloß Metal-Sounds erschaffen werden, auch klassischere Overdrive-Klänge strukturiert das Pedal zuverlässig und flexibel.

Mit seinem sehr geringen Kostenfaktor von nur 35 EUR ist das Pedal besonders für Einsteiger in die Welt der Verzerrer-Pedale besonders geeignet – unser Preis-Leistungs-Sieger!

Ratgeber: Distortion-Pedale

Die Funktionsweise eines Distortion-Pedals beruht dabei auf dem selben Prinzip: Das Gitarrensignal wird verändert und täuscht einen deutlich höheren Pegel vor. Durch diesen Effekt übersteuern Vor- und Endstufe des Verstärkers und lassen auch bei niedrigeren Lautstärken stark verzerrte Sounds entstehen. Längst ist man dank moderner Technik nicht mehr auf extreme Lautstärken angewiesen, um einen verzerrten Sound zu erreichen.

1. So klingt ein Verzerrer-Pedal

Der Klang von Distortion-Pedalen setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen wird das Signal insgesamt verzerrt und wirkt damit aggressiver und härter. Da dies jedoch auf das gesamte Frequenzspektrum der Gitarre angewendet zu „matschig“ klingt, beschneiden die allermeisten Distortion-Pedal die Frequenzen und drücken die Mitten noch stärker in den Vordergrund. Besonders im Bandgefüge wird der Ton der Gitarre dadurch sehr viel durchsetzungsfähiger und sticht aus dem Soundteppich hervor.

Durch die Kombination aus Verzerrung und Kompression entsteht der typisch sägend-metallische und klar akzentuierte Sound, der mit Metal und Hardrock verbunden wird. Wer einen Beispiel für typischen Distortion-Klang sucht, der sollte sich einmal das Album „..and justice for all“ von Metallica anhören – Distortioneffekte vom Allerfeinsten.

2. Einsatzbereich eines Distortion-Pedals

Auf Grund ihrer Klangcharakteristiken eignen sich Distortion-Pedale überall dort, wo besonders definierte und verzerrte Sounds gefragt sind. Singende Soli lassen sich über Overdrive-Pedale deutlich einfacher erzeugen, dafür setzen Distortioneffekte den Fokus auf klare Definition und extreme Durchsetzungsfähigkeit. Im Englischen wird der Klang von Distortion-Pedalen auch gern als „tight“, direkt übersetzt also eng, bezeichnet.

Alternative Indie Rock

Durch die klar („eng“) definierten Tonbereiche eignen sich Distortion-Pedale daher besonders für schnell gespielte Passagen – hier liefert die Verzerrung eine „Übersicht“ im Klangteppich.
Die klassischen Anwendungen von Distortioneffekten liegt daher auch im Rhythmusspiel härterer Rock- und Metalgenres. Gerade Techniken wie das Palmmuting und schnell gespielte Riffs blühen mit einem Distortion-Pedal richtig auf und gewinnen an Kraft und Durchsetzungskraft.

3. Verzerrer: Klassiker und Kult-Pedale

Schon früh begannen Gitarristen, mit dem Sound übersteuernder Amps zu spielen und ihren eigenen Sound zu verzerren. Spätestens nach der Einführung des „Big Muff“ oder des „Fuzz Face“, zwei Pedalen, die Hendrix und Carlos Santana berühmt gemacht haben, wurde der verzerrte Klang immer beliebter.

Pedalboard

Im Laufe der Zeit erlebte der Markt eine wahre Schwämme von Distortion-Effekten. Vom ProCo Rat über den berühmt-berüchtigten Boss Metal Zone bis hin zum ENGL Powerball Pedal entwickelten sich unterschiedliche Geschmäcker im Bereich der Distortion-Pedale.

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1 Kommentar
  • Versuch macht klug 😉 Also generell kann ich jedem empfehlen viel auszuprobieren und zu testen. Es ist nicht leicht den richtigen Effekt für seinen „eigenen“ Sound zu finden. Falls es so etwas, wie den eigenen Sound überhaupt gibt.

    Mit Klassikern, wie dem DS-1 von Boss macht man jedenfalls wenig falsch und viel richtig!
    Wer Sound mäßig aus der Masse herausstechen möchte sollte viel experimentieren. Dann lieber gleich einen Modelling Amp anstatt ein teures Pedalboard.

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