Gitarrenverstärker

Gitarrenverstärker kaufen: So findest du (2022) den besten Amp für deine Gitarre

Neben der richtigen Gitarre prägt auch die Auswahl des Gitarrenverstärkers deinen Sound. Besonders für Anfänger können die unterschiedlichen Verstärker Bauweisen verwirrend sein. Unsere Übersicht sorgt für Klarheit und enthält einige gute Modelle, die wir dir aktuell wärmstens empfehlen können.

Welche Arten von Gitarrenverstärkern gibt es?

Die beiden beliebtesten Bauarten von Gi­tar­renver­stär­kern sind Combos und Topteile (engl. Stacks). Combos gelten seit den ersten Fender Blues Amps der 1950er Jahre als der Standard des Gitarristen und sind heutzutage am weitesten verbreitet.

Combo oder Stack – Was ist besser?

Verstärker und Lautsprecher sind bei Combo-Verstärkern zusammen in einem Gehäuse integriert. Das macht sie wesentlich leichter und kompakter als Topteile, die auf eine zusätzliche Box (engl. Cabinet) angewiesen sind.

  • Mit Combo werden alle Gitarrenverstärker bezeichnet, die mit einem (oder mehreren) integrierten Lautsprecher(n) ausgestattet sind.
  • Bei Stacks handelt es sich um eine Kombination aus getrenntem Verstärker und dazugehörigen Boxen, den sogenannten Cabinets. Besonders beliebt ist die Kombination aus einem Topteil mit einer 4×12 Box, also einem Cabinet mit vier 12-Zoll Lautstärken.

Fazit: Mit einem Combo-Amp hat man immer alles dabei, was man braucht. Für Anfänger sind Combos daher die beste Wahl.

Boss Katana MK2 Serie

Welcher Verstärker ist für Anfänger geeignet?

Besonders am Anfang ist es wichtig, einen Verstärker zu finden, der unterschiedliche Sounds bietet und sich auch zum leisen Üben eignet. Besonders passend sind dabei kleine Combos mit Transistorverstärker: Sie vereinen robuste und verlässliche Technik mit überschaubaren Einstellungen und einer großen Vielfalt an Sounds.

Zum Üben zu Hause ist dabei eine Ausgangsleistung von maximal 20 – 30 Watt ausreichend. Für den Proberaum oder die Bühne sind Transistor-Combos je nach Modell ab etwa 40 – 60 Watt geeignet.

Reine Modellingamps können mit ihren vielen Funktionen und Möglichkeiten anfangs noch verwirren und vom eigentlichen Gitarrenspiel ablenken und werden daher eher erfahreneren Gitarristen empfohlen.

Wer auf den Sound einer echten Röhrenverstärkung steht, sollte sich nach kleinen Röhrencombos (bis 10 Watt) umschauen.

Fazit: Für Einsteiger sind Combo-Verstärker die beste Wahl. Sie eignen sich aufgrund ihrer kompakten Bauart und Größe optimal als Übungsverstärker für zu Hause und lassen sich bei Bedarf auch ohne Probleme transportieren.

Gitarrenverstärker kaufen: Worauf du achten solltest!

Welche Features ein guter Gitarrenverstärker haben sollte, kann nur individuell und an deinen Anforderungen orientiert beantwortet werden. Im Folgenden haben wir dir einige Kriterien aufgelistet, die du vor dem Kauf beachten solltest:

Der Klang

Dein neuer Amp sollte dich vom Klang sofort überzeugen. Höre dir mindestens ein Mal den Clean- und Distortion-Sound von deinem Verstärker-Favoriten an und spüre in dich hinein, wie dir das gefällt. Der Sound sollte im besten Fall schön rund, warm, voll und musikalisch klingen.

Du findest online für fast jeden Gitarrenverstärker ein Hörbeispiel, was dir helfen kann, deinen Lieblingsverstärker Probe zu hören. Für Anfänger eine ausreichend gute Klangqualität bietet zum Beispiel die Soundfiles im Thomann Online-Shop. Die Fahrt zum nächstgelegenen Gitarrenladen kannst du dir also vielleicht sogar sparen.

Das Gewicht

In den seltensten Fällen steht dein Amp nur zu Hause oder im Proberaum, sondern wird auch von A nach B bewegt. Das Gewicht spielt daher eine entscheidende Rolle. Ab 15 Kg wird es für Erwachsene schon anstrengend. Kinder kommen je nach Alter und Strecke zwischen 5 und 10 Kg schon ordentlich ins Schnaufen. Im Hinblick auf deine Flexibilität ist das Gewicht daher von entscheidender Bedeutung.

Die Leistung in Watt (Lautstärke)

Die Wattzahl allein ist nicht aussagekräftig, sondern die angegebene Lautstärke. Beispiel: Ein 20 Watt Röhrenamp klingt deutlich lauter als ein 25 Watt Transistorverstärker.

Transistor-Combos

  • Zum Üben zu Hause ist eine Ausgangsleistung von maximal 15 – 30 Watt ausreichend.
  • Für den Proberaum oder die Bühne sind Transistor-Combos je nach Modell ab etwa 40 – 60 Watt geeignet. Letztlich geht es bei der Lautstärke, um eine gute Durchsetzungsfähigkeit im Band-Kontext. Die Gitarre sollte sich klanglich also gut gegen ein Schlagzeug durchsetzen können.

Tipp: Verstärker für Einsteiger solltet bereits bei geringer (Zimmer-)Lautstärke vernünftig klingen.

Röhren-Combos

  • Zum Üben zu Hause ist eine Ausgangsleistung von maximal 10 Watt ausreichend.
  • Für den Proberaum sind Röhren-Combos je nach Modell ab 5 – 15 Watt geeignet. Falls du lauten Clean-Sound spielen möchtest, brauchst du ggf. noch etwas mehr. Der Grund: Je mehr du deinen Röhren-Amp aufdrehst, desto mehr neigt er dazu zu übersteuern.

Die Ausstattung (Kanäle, Effekte & Anschlüsse)

  • Die meisten Verstärker haben zwei Kanäle: einen Clean- und einen Drive oder Crunch-Kanal. Ein Equalizer zur Einstellung der Höhen, Mitten und Bässe sollten ebenfalls vorhanden sein.
  • Für Einsteiger ist ein Kopfhörerausgang zum Üben zu jeder Tages- und Nachtzeit besonders sinnvoll.
  • Je nach Anforderungen und Einsatzzweck kann ein Mikrofoneingang, ein Aux-Eingang zum Einspielen von Backingtracks oder Bluetooth-Funktion praktisch sein.

Ansonsten gibt es nur einen wichtigen Tipp: Der eigene Verstärker sollte dem gewünschten Sound bereits von Haus aus recht nahe kommen, denn der Einsatz von Effektgeräten erfordert einige Zeit der Übung und des Ausprobierens – besonders am Anfang sollte man sich auf die Gitarre als Instrument konzentrieren!

Röhre, Transistor, Modeling – was brauche ich?

Transistor-Amp+ leichter & günstiger als Röhrenamps
+ optimal für Anfänger
+ robust
– weniger leistungsstark als Röhrenamps
– preiswerte Modelle klingen oftmals „dünn“
Röhren-Amp+ warmer und voller Klang
+ authentischer Klangcharakter
+ höhere Lautstärke bei gleicher Wattzahl (im Vergleich zu Transistor)
– Gewicht
– Preis
– empfindlicher als andere Bauarten
Modeling-Amp+ große Klangvielfalt
+ kompakte Bauweise
+ preislich attraktiv
– die Bedienung erfordert „Einarbeitung“
– der Sound ist Geschmackssache
Topteil + Box+ große Klangvielfalt
+ Bühnentauglich
+ Leistungsstark
– hohes Gewicht (unhandlich)
– für Anfänger nicht geeignet
– vergleichsweise teuer

Notwendiges Zubehör

Gitarrenkabel

Um deine E-Gitarre an deinen neuen Gitarrenverstärker anzuschließen, benötigst du ein Gitarrenkabel. Dies gehört selten zum Lieferumfang eines Gitarrenamps und muss daher zusätzlich erworben werden. Beim Kabel solltest du auf eine ausreichende Länge von mind. 3 Metern achten, damit du in deiner Bewegungsfreiheit beim Spielen im Stehen nicht zu sehr eingeschränkt wirst.

Fußschalter

Einen Fußschalter für deinen Verstärker musst du ebenfalls in den meisten Fällen separat erwerben. Du benötigst diesen, um während des Spielens vom Clean- zum Distortion-Kanal zu wechseln. Es ist von Vorteil, wenn du dich als Anfänger von Anfang an, an die Benutzung eines Fusspedals gewöhnst. Dies ist eine gute Vorübung für den späteren Einsatz von Bodeneffektgeräten, wie Distortion, Chorus oder Delay.

Nice to have: Kopfhörer für Gitarrenverstärker

Wenn du auch Abends nochmal ein paar Übungen oder deine Lieblingssongs spielen willst ohne dabei die Familie oder Nachbarn zu nerven kommst du um einen Kopfhörer für deinen Gitarrenverstärker nicht drumherum.

3 Must-Have-Pedale

Welche Effekte braucht man als Anfänger? Wen du absoluter Neueinsteiger bist:

  • Mach dich mit deinem ersten Amp vertraut.
  • Nutze die Verstärker internen Effekte und Einstellungen.
  • Übe mit dem Fußschalter, das Umschalten zwischen Clean und Distortion-Kanal.

Tuner

Ein Boden-Stimmgerät ist essenziell und gilt bei den meisten Gitarristen als absolut unerlässlich.

Warum du das brauchst? Bei Bandproben oder Live-Auftritten ermöglicht dir nichts besser das schnelle Nachstimmen deiner Gitarre.

Overdrive oder Booster

Heutzutage bringen die meisten Gitarrenverstärker bereits eine gute Verzerrung mit, sodass du nicht unbedingt auf einen zusätzlichen Overdrive oder Booster angewiesen bist.

Warum du das trotzdem brauchst? Es kann beim Spielen oder bei der Probe nervig sein, immer am Amp rumdrehen zu müssen, um den Sound einzustellen. Ein Bodenpedal, was genau vor dir liegt, ist da wesentlich schneller zur Hand. Auch deine Bandkollegen werden es dir danken, wenn du nicht ständig vor deinem Amp rumturnst und laute Rückkopplungen erzeugst.

Ibanez Tubescreamer oder ein Klon

Kaufberatung: Welcher Amp ist der richtige für dich?

Die besten Röhrenverstärker

Als Röhrencombos werden Combos bezeichnet, die über einen internen Röhrenverstärker verfügen. Diese Amps zeichnen sich aufgrund ihres analogen Signalweges durch besonders organische, offene Klänge aus.

Die besten Transistorverstärker

Transistorcombos verwenden neben integrierten Lautsprechern Endstufen mit Transistortechnik. Diese Bauweise ist deutlich unauffälliger gegen Störungen oder mechanische Belastungen und kann günstiger produziert werden. Der Klang moderner Transistorverstärker ist lange nicht mehr „künstlich“ oder kalt – hier hat die Technik einen echten Fortschritt gemacht.

TOP-Marken für Gitarrenverstärker mit Transistor

Beliebte Modelle in 2021/22 sind zum Beispiel der Harley Benton HB-20R, HB-40R, von Fender der Frontman 10G und Fender Champion 40, sowie der Boss Katana Artist.

Fender Champion 50XL
Fender Champion 50XL – Foto: Fender

Die besten Hybridverstärker

Hybridcombos setzen auf das Beste aus beiden Welten: Eine Röhrenvorstufe wird mit einer Transistorendstufe kombiniert und liefert so echten, warmen Röhrensound und verlässt sich bei der Verstärkung auf die robuste Transistortechnik.

Unter den Hybridcombos besonders beliebt sind zum Beispiel die Amps der VOX VT-X oder AV Serie.

Die besten Modelingverstärker

Mit immer schnelleren und leistungsfähigeren Chips entwickelte sich Ende der 1990er Jahre das Modeling, also die digitale und computergestützte Veränderung des Sounds. Mit digitalen Effekten wie Delay, Reverb oder Verzerrung können Modeling-Amps eine ganze Palette an Sounds wiedergeben, die auf herkömmlichem Wege nur mit einer Vielzahl von Effektpedalen erreicht werden können.

Beliebte Modelle in 2021/22 sind zum Beispiel der Line6 Spider V 30 MkII, Vox VT20X, Marshall Code 25, Fender Mustang GTX50 und Boss Katana 50 MKII.

Häufige Fragen zu Gitarrenverstärkern

Wir haben uns die häufigsten Fragen zum Thema herausgesucht und möchten dir im folgenden Abschnitt einige Informationen zur Welt der Amps liefern:

Blues, Rock, Jazz oder Metal?

Gitarrist

Bei der Wahl des „richtigen“ Verstärkers gibt es keine Regeln. Wer auf der Suche nach seinem persönlichen Sound ist, der ist gut beraten, sich die typischen Amps des eigenen Genres genau anzuhören.

Wer auf klare, nur wenig verzerrte Sounds steht und sich selbst in der Richtung Blues oder Jazz entwickeln möchte, wird bei klassischen Verstärkern wie dem Fender Deluxe eher auf seine Kosten kommen.

Rock und härtere Spielrichtungen verwenden gern größere Stacks, die zum Verzerren neigen, wie etwa die Marshall JCM Modelle.

Soll es in Richtung Metal gehen, werden Verstärker mit großen Gain-Reserven bevorzugt. Die Großen dieser Szene heißen Mesa, Diezel, ENGL oder Randall.

Tipp: Kein Verstärker ist exklusiv für den einen oder anderen Musikstil geeignet. Wer viel testet und sich mit der Funktionsweise von Effektgeräten vertraut macht, kann seinen eigenen Sound vielleicht auch abseits des bekannten Weges finden.

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1 Kommentar
  • „Während Transistorverstärker auf einen digitalen Signalweg setzen, nutzen Röhrenverstärker analoge Wege.“
    Das stimmt so nicht. Transistoren übertragen die Signale auch komplett analog. Nur die Modeling Amps haben einen digitalen Signalweg.

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