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Gitarrist mit Stratocaster auf der Bühne

Kabellose Freiheit: E-Gitarre ohne Kabel spielen

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Drahtlossysteme für die E-Gitarre – Der Überblick

Befreit und ungebunden über die Bühne toben, den Proberaum vom Kabelsalat befreien oder im Homestudio für mehr Ordnung und Bewegungsfreiheit sorgen? Drahtlossysteme für E-Gitarre sind seit einigen Jahren nicht mehr nur bei den Profis ständig im Einsatz. Nutzer von Drahtlossystemen lieben die Freiheit, auf fast alle Kabel verzichten zu können – wir stellen euch zwei gute Varianten dieser Systeme vor und nennen euch Vor- und Nachteile eines Drahtlossystems für die E-Gitarre.

Funktionsweise

Das System besteht aus zwei Komponenten, die das Gitarrenkabel ersetzen. Der Sender, ein kleiner, akkubetriebener Kasten mit einem Instrumentenstecker, befindet sich an der Gitarre (oder am Gurt) und überträgt das Signal der Gitarre an den Empfänger, der am Verstärkereingang hängt. Die Übertragung des Signals läuft per Funk also Wireless.

Welche Drahtlossysteme für E-Gitarre gibt es?

Der Markt für Drahtlossysteme für die E-Gitarre ist mittlerweile recht umfangreich und besonders über Onlinehändler wie Thomann sehr gut erhältlich. Um einen Überblick zu den angebotenen Systemen zu bekommen, haben wir euch zwei Systeme beispielhaft vorgestellt:

Harley Benton Airborne Instrument

Die Thomann Hausmarke Harley Benton ist besonders für ihre günstigen und qualitativ hochwertigen Einsteiger-Gitarren bekannt und hat sich in den letzten Jahren zu einer der erfolgreichsten Gitarrenmarken entwickelt.

Mit dem Airborne System bringt HB nun ein kleines und handliches Drahtlossystem auf den Markt, welches die Bedürfnisse von Gitarristen und Bassern abdeckt. Ausgestattet mit 2.4 GHz-Band funkt das System mit einer Reichweite von bis zu 30 Metern – abhängig vom jeweiligen Raum. Mit Einbau einer automatischen Sleep- und Wake-Up-Funktion erreicht das System eine lange Laufzeit, bei leerem Akku kann dieser sowohl beim Sender als auch beim Empfänger praktisch über USB geladen werden. Zur Auswahl stehen vier Kanäle, auf denen gesendet werden kann, so dass bei mehreren Systemen ausreichend „Ausweichraum“ besteht.

The t.Bone TWS16

Die ebenfalls bei Thomann aufgelegte t.bone TWS verfügt im Vergleich über eine sehr viel umfangreichere Ausstattung. Mit 16 Kanälen ist das Empfängergerät auf 14 Frequenzen empfangsbereit und kann mit bis zu drei Anlagen simultan betrieben werden. Die Verbindung von Empfänger und Audioequipment läuft entweder per XLR- oder Klinke-Output und ist mit einer eigenen Stromversorgung per Netzteil ausgestattet. Zusätzlich liefert das System eine Einbaumöglichkeit in ein 9,5″ Rack, sowie entsprechende Kabel gleich mit.

Durch die Stromversorgung mittels AA-Batterien (Sender) ist auch ein schneller Wechsel von Batterien vor dem Gig kein Problem und umfangreiches Aufladen kann entfallen. Die wählbaren Frequenzen liegen auf dem UHF Band und sind europaweit für den Drahtlosverkehr zugelassen. Die maximale Sendeleistung von 10mW ist auch für große Bühnen und längere Strecken ausreichend.

Varianten und Unterschiede

Auch bei Drahtlossystemen gibt es Unterschiede zwischen teuren und günstigen Systemen. Besonders der Funktionsumfang der Drahtlosanlagen unterscheidet sich mitunter gewaltig: Bei besonders hochwertigen Funksystem lassen sich Funkfrequenzen frei belegen, eine größere Anzahl von Sendern koppeln und so auf diverse Gitarren aufteilen.

Auch die Reichweite der Systeme kann sich unterscheiden, wie auch die gesamte Qualität der Bestandteile: Günstigere Modelle verwenden meist Komponenten, die mit etwas höheren Fertigungstoleranzen hergestellt werden – so können mit der Zeit Defekte auftreten. Die Option, die Empfangseinheiten direkt in ein Studiorack einzubauen, sorgt für eine übersichtliche und transportsichere Lösung.

Doch wie auch bei Einsteigerinstrumenten sei gesagt: Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Auch im Einsteigersegment sind sehr hochwertige Systeme vertreten.

Vor- und Nachteile gegenüber Gitarrenkabeln

Klinkenstecker und Klinkenbuchse

Volle Bewegungsfreiheit auf der Bühne oder im Proberaum

Die meisten Gitarristen, wie auch der Autor dieses Textes, hassen es, Instrumenten-, Patch-, und Lautsprecherkabel zu verlegen, sortieren und transportieren. Der größte Vorteil gegenüber der Verwendung von Gitarrenkabeln ist demnach der Verzicht auf genau diese. Besonders bei Liveauftritte ist die Möglichkeit der Interaktion auf der Bühne deutlich größer, man ist nicht mehr an einen gewissen Radius gebunden, der von der Länge des Kabels vorgegeben wird. Auch wichtig: Das versehentliche Ausstecken des Instrumentenkabels aus der Gitarre (etwa, wenn auf das Kabel getreten wird) kann mit einem Drahtlossystem verhindert werden.

Natürlich haben diese Systeme auch Nachteile: Drahtlossysteme sind ein weiteres technisches Bauteil in der Signalkette, die durch defekt oder Fehlfunktion den eigenen Sound entweder negativ beeinflussen oder komplett zerstören können. Auch die Stromversorgung des Systems muss stets sichergestellt sein, denn ansonsten verklingt der Ton ungehört.

Auch wenn die meisten Systeme sehr gut geschirmt sind: Funkwellen sind anfällig für Störungen. Bei entsprechenden Störsignalen aus anderen Quellen kann es daher zu Fehlern kommen, die mit einem Kabel nicht auftreten.

Für wen ist ein Wireless-Funksystem geeignet?

Nice-to-have oder Must-have?

Grundsätzlich ist die Frage schnell beantwortet. Nein, ein Drahtlossystem ist nicht zwingend notwendig. Doch es gibt Situationen, in denen es das eigenen Spiel, die eigenen Interaktion mit dem Publikum oder die Bewegungsfreiheit positiv beeinflusst. Was jedoch feststeht: Die Zeit, in der lediglich die großen Profis und Stars der Musikszene mit Drahtlossystemen auftreten, ist lange vorbei. Auch bei Gitarristen, die ausschließlich zuhause spiele, kann ein Drahtlossystem eine willkommene Erweiterung des eigenen Equipments darstellen. Wie immer empfehlen wir: Ausprobieren!

Die Alternative: Kopfhörerverstärker

Wer auf ein klassisches Gitarrenkabel verzichten möchte und eine Möglichkeit sucht E-Gitarre leise zu Hause mit Kopfhörern oder unterwegs zu spielen für den sind Gitarren-Kopfhörerverstärker die bessere Option.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Sag was dazu!

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