Delay Effektpedale

Delay-Pedale für Gitarre: Der ultimative Ratgeber

Atmosphärische Echos und Klangteppiche, die den Hörer in eine Welt voller Musik und Emotionen zieht – Delay Pedale gehören zu den wohl wichtigsten Werkzeugen im Arsenal eines E-Gitarristen.

Wir stellen heute das Delay Pedal vor, beschreiben die besonderen Eigenschaften, geben Beispiele für berühmte Songs und Riffs, die mit Delay Pedalen gespielt wurden und betrachten fünf Delay Pedale, die für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis geeignet sind. Viel Spaß!

Grundlagen – Das Delay-Pedal in der Theorie

Die praktische Anwendung des Delay Pedals muss noch kurz warten – hier kommt die theoretische Grundlage zum Pedal und zum Einsatz in der Signalkette!

Was ist ein Delay-Pedal?

Wie viele andere Effektgeräte für die Gitarre werden auch Delay Pedale meist als Stompbox-Modelle angeboten. Der robuste Körper des Pedals lässt sich leicht per Fuß aktivieren und so auch auf der Bühne ohne Schwierigkeiten in den eigenen Sound integrieren.

Delay Pedale werden in unterschiedlicher Bauweise hergestellt, verfolgen jedoch alle dasselbe Ziel: Durch eine zeitversetzte Wiederholung des Eingangssignals wird ein künstliches Echo produziert. Durch geschickte Einstellung der Parameter Zeit und Wiederholung lässt sich so ein Echo erstellen, welches genau zum Tempo des Songs passt und sich ein breiter Klangteppich bildet – bestes Beispiel dafür ist wohl beinahe jeder Song von U2!

Wie funktioniert ein Delay-Pedal?

Ein Delay Pedal nutzt das von der Gitarre kommende Eingangssignal und multipliziert das Signal. Die verdoppelten Klänge werden etwas Zeitversetzt wiedergegeben und erwecken so den Eindruck eines sehr räumlichen und weiten Echos.

Durch die Einstellung der Parameter Zeit und Wiederholung lässt sich das Pedal nach belieben einstellen. So können einzelne Echos erstellt werden, die einmalig einen Ton wiederholen – oder schnelle, häufige Echos, die sich unter den Sound der Gitarre mischen. Die Signale des Delay werden dabei zeitversetzt wiedergegeben und, anders als beim Chorus, nicht verändert.

Delay-Pedale in der Praxis

Der theoretische Part ist abgearbeitet, kommen wir zur Praxis. Wo werden Delays eingesetzt, welche Songs und Riffs arbeiten mit Delay und wie bediene ich ein Delay Pedal so, dass es den gewünschten Effekt erreicht?

Einsatzgebiete eines Delay-Pedals

Delay Pedale lassen sich in allerhand unterschiedlichen Szenarien einsetzen und geben, je nach Einstellung und Positionierung eine sehr variable Klangwelt wieder.

Besonders das Wiederholen von Einzelnoten wird gern beim Intro eines Songs verwendet. Ein besonders bekanntes Beispiel ist wohl der U2 Welthit „Where The Streets Have No Name“. Hier nutzt Gitarrist The Edge ein auf punktierte Achtel eingestelltes Delay Pedal, welches jede seiner Noten dreifach wiederholt und so eine großartige Soundatmosphäre schafft.

Mit der richtigen Einstellung ist ein Delay Pedal in beinahe allen Musikrichtungen zu Hause.

Aber auch ganze Soli lassen sich mit dem Delay Pedal bestreiten, wie es Eddie Van Halen in seinem Song „Cathedral“ beweist.

Songs und Riffs, die mit einem Delay Pedal gespielt werden

  1. Where The Streets Have No Name – U2
  2. Run Like Hell – Pink Floyd
  3. Rain – Rob Scallon
  4. Brighton Rock – Queen
  5. The Echo Soung – Paul Gilbert
  6. Big Sur Moon – Buckethead
  7. Laterus – Tool

Bedienung eines Delay-Pedals

Zwar unterscheiden sich alle Delay Pedale in Einzelheiten voneinander, werden aber in der Regel im Stompbox-Design hergestellt – ein Pedal also, welches mit dem Fuß betätigt werden kann. Damit auch die feinen Einstellungen des Effektgerätes den Wünschen des Gitarristen entsprechen, bieten die Geräte unterschiedliche Parameter, welche mittels Potis eingestellt werden können.

Typisch sind bei Delay Pedalen dabei die folgenden Faktoren:

  • Zeit: Der Regler Zeit stellt die Geschwindigkeit des Delays ein – je kürzer das Intervall eingestellt wird, desto „knackiger“ wird der Sound des Echos ausfallen. Langsame und sphärische Parts lasen sich durch längere Zeiten erreichen. Doch Achtung: Die verspätete Wiedergabe des Sounds muss genau zum Spiel passen, ansonsten droht Chaos!
  • Notenwert: Zwar bieten nicht alle Geräte diese Einstellung, sie ist aber zu cool, um sie nicht zu beschreiben. Nachdem in einem Gerät eine bestimmte Geschwindigkeit des Songs eingestellt werden kann (z.B. 120 BPM), kann auch der Notenwert des Delays angepasst werden. Werden etwa punktierte Achtel genutzt, lässt sich wunderbar der U2-typische Klangteppich von The Edge nachempfunden werden!
  • Wiederholungen: Die Auswahl der maximalen Wiederholungen beschränkt den Effekt auf eine bestimmte Anzahl von Echos. So kann neben der Geschwindigkeit auch die Dauer des Effekts beeinflusst werden. Viele Wiederholungen machen den Effekt breiter, das Spiel über die sich wiederholenden Sounds jedoch auch wirklich komplex!

Unterschied zu anderen Effekten

Bei Delay Pedalen spricht man in der Regel von Raumeffekten. Diese Pedale bieten, ähnlich wie der bekannte Reverb, eine künstliche Veränderung des Raumprofils – so lässt sich in einem Studio etwa eine echte Echokammer nachbilden.

Wichtig: Im Unterschied zum Chorus werden die Echos klanglich nicht moduliert, es entsteht eine mehr oder weniger genaue Wiedergabe des Originalsignals!

Worauf ist beim Kauf zu achten – unsere Tipps

Je nach Ausstattung können Effektpedale besonders für Einsteiger überfordernd wirken: Zu viele Optionen und Klangfarben lassen sich einstellen, doch irgendwie ist der richtige Sound nicht dabei. Auch fortgeschrittene Gitarristen haben häufig Schwierigkeiten, das richtige, wirklich passende Gerät für den eigenen Stil zu finden. Wir haben die üblichen Varianten des Delay Pedals kurz angeschaut:

Analoge Delay Pedale

Ursprünglich arbeiteten Delays komplett analog und als sogenannte Rack-Effekte: Die großen Bauteile wurden in speziellen Studio-Racks eingebaut und dort bedient. Zu Anfang der Effektgeräte wurden diese Delays mit Bändern bespielt – daher der auch heute noch bekannte Name „Tape-Delay“.

Übrigens: Auch heute gibt es noch Tape-Delays, die den Sound der Gitarre auf einem Magnetband aufnehmen (analog einer Kassette) und dann wiedergeben. Diese anfälligen Geräte haben einen großartigen Sound, müssen jedoch auch mit der notwendigen Vorsicht bedient werden und finden sich eher auf hochprofessionellen Effektboards wieder.

Digitale Delay Pedale

Mit dem Aufkommen moderner und schneller Mikroprozessoren und Speichern wurden auch Delay Pedale schnell digitalisiert. Durch die Verarbeitung des Klangsignals wird eine verspätete Wiedergabe per Mikrochip ermöglicht – viele Effektpedale vereinen so auch unterschiedliche Klangcharakteristiken in nur einem Gerät!

Multi-Effekt Delay

Auch Raumeffekte wie Delay und Reverb werden oft zu Multi-Effektgeräten zusammengefasst. Die praktischen All-In-One Geräte machen zwar viele Sounds möglich, bieten jedoch oft derart viele Einstellungsmöglichkeiten, dass gerade Einsteiger vom Gerät überfordert werden und kaum noch zum eigentlichen Gitarrenspiel kommen.

Kaufempfehlungen – unsere 5 Favoriten

Bei der unglaublichen Fülle von Effektgeräten ist es mitunter schwer, den Überblick zu behalten. Wir stellen fünf Geräte in drei Preisklassen vor – unsere Kaufempfehlung 2021 für Delay Pedale!

Einsteigerklasse: Delay Pedale für unter 50,- EUR

Günstige, aber gute Delay Pedale für Einsteiger und Fortgeschrittene, die ihre ersten Versuche mit einem Delay machen möchten:

Gut und günstig: Harley Benton Digital Delay

Digitale, unkomplizierte Bauweise und eine robuste, bühnentaugliche Aufmachung: Das Harley Benton Digital Delay bietet mit den Delay, Repeat und Time – Reglern die wichtigsten Funktionen und erleichtert den Einstieg in das Thema Delay, ohne zu überfordern. Mit einem Preis von unter 30,- EUR eine echte Empfehlung mit gutem Sound!

Auch gut: Artec Analog Delay SE-ADL

Edles Äußeres und ein grundsolider, analoger Aufbau für Einsteiger – so soll es sein! Die Einstellmöglichkeiten des Delay von Artec umfassen neben den Klassikern Repeat und Time auch einen Mix-Regler, durch den der Effekt prominent betont oder diskret in den Hintergrund geschoben werden kann.
Für 39,- EUR eine schöne Ergänzung für Pedal-Boards!

Fortgeschrittenenklasse: Delay Pedale bis 150 Euro

Verfeinerte Technik, großer Sound – hier kommen unsere Empfehlungen für fortgeschrittene Delay-Fans:

TC Electronic Flashback 2 Delay

TC Electronic ist einer der absoluten Marktführer im Segment der Effektgeräte für E-Gitarren. Mit dem Flashback 2 ist den Herstellern ein weiterer, großer Wurf gelungen. Das neue Tone-Print Design ermöglicht es, unterschiedliche Sound-Varianten per App auf das Pedal zu spielen und den Klang noch weiter zu verfeinern.

Neben den Standards bietet das Pedal auch die Möglichkeit, die Notenwerte einzustellen. Ein professionelles Gerät mit einer Vielzahl an Optionen, das mit nur 115,- EUR sehr moderat zu Buche schlägt.

Boss DD-8 Digital Delay

„Build like a tank“ – die robuste Bauweise der Boss Effektgeräte hat mittlerweile schon beinahe Kultstatus. Das Effektgerät bietet ein hervorragend verarbeiteten und sehr gut klingenden, digitalen Delay Kreislauf, der alle Möglichkeiten bereithält: 11 Delay-Funktionen und die Option, als Looper eingesetzt zu werden bieten auch den ambitioniertesten Delay-Spielern viele Möglichkeiten.
Der Preis von 146,- EUR ist absolut gerechtfertigt, dieses Pedal wird vermutlich länger halten, als alle Gitarren und Amps zusammen!

Profiklasse: Delay Pedal für über 200,- EUR

Hier kommt die Referenz – mit unserem Tipp für den Profisound gehen wir zurück zu den Anfängen des Delay Pedals…

Dunlop MXR M 292 Carbon Copy Deluxe

Für 249,- EUR bietet das Dunlop Carbon Copy Deluxe alles, was ein analoges Pedal zu bieten hat: Großartige Verarbeitung, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, zwei Sound-Varianten, Notenwert-Einstellung, beleuchtetes und bühnentaugliches Display, etc. – hier bleibt kein Wunsch unerfüllt! Durch die integrierte, analoge Schaltweise lassen sich Delays von bis zu 1,2 Sekunden erreichen – je nach Einsatzzweck bietet das eine beinahe unbegrenzte, klangliche Möglichkeit!

So wird ein Delay Pedal in der Effektkette angeschlossen!

Wie bei allen Effekten ist auch beim Delay Pedal in der Effektkette alles erlaubt. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber, Raumeffekte recht weit am Ende der Signalkette zu positionieren.

So werden die vorher eingespielten Effekte ebenfalls per Echo vervielfältigt und nicht erst im Nachhinein verfremdet. Durch eine Positionierung am Ende behalten die Effekte ihren charakteristischen Klang und es entsteht die Illusion, dass die Gitarre samt aller belegten Effekte in einer Echokammer gespielt werden. Doch wie immer gilt: Experimentieren ist ausdrücklich erlaubt und gewünscht!

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