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Boss Katana MKII – 50 und 100 Watt reinste Modeling-Power

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Modeling Amps erfreuen sich in den letzten Jahren immer größere Beliebtheit. Einen nicht unerheblichen Teil zum Erfolg der digitalen Sound-Monstern trägt die Katana-Serie des japanischen Effekt-Spezialisten Boss. Der Konzern, der besonders für seine hochwertigen Effektpedale bekannt geworden ist, hat mit dem Katana einen Amp entwickelt, der auch höchste Ansprüche an guten Sound und schlanke Effektwege erfüllt.

Neben einer schier unendlichen Anzahl an möglichen Sounds, Anschlüssen und Verwendungsoptionen bieten die Combos der Katana Serie vor allem eins: Einen hervorragenden Klang. Wir haben zwei der beliebtesten Modelle, den Katana MKII 50 und Katana MKII 100 vorgestellt. Viel Spaß!

Katana MKII 50 vs. MKII 100

Der Katana MKII 50 und MKII 100 unterscheiden sich lediglich durch ein Paar wenige Merkmale – besonders natürlich die Ausgangsleistung. Während der MKII 50 mit 50 Watt Ausgangsleistung auskommt, liefert der MKII 100 ganze 100 Watt Transistorpower an den Speaker. Da jedoch Chipsätze, Soundprozessoren und die Grundausstattung beider Amps ansonsten identisch ist, sprechen wir im folgenden Artikel nur vom „Katana MKII“. Dort, wo es Unterschiede gibt, werden wir sie explizit ansprechen.

Technik und Features

Die wichtigsten technischen Daten der Boss Katana Amps im Überblick:

Leistung MKII 50:50 W (auf 25 Watt und 0,5 Watt reduzierbar)
Leistung MKII 100:100 W (auf 50 Watt und 0,5 Watt reduzierbar)
Typ:Modeling-Combo
Serie:Katana
Kanäle:5
Effekte:Booster, Mod, FX, Delay und Reverb (3 davon gleichzeitig nutzbar)
Lautsprecher:1×12″ Custom Lautsprecher
Besonderheit:3 Cabinet-Resonance-Optionen (Vintage, Modern und Deep)
Regler:Amp Type, Gain, Volume, Bass, Middle, Treble, Booster/Mod,
FX/Delay, Reverb, Master & Power Control
Abmessungen (H x B x T):39,8 x 47,0 x 23,8 cm
Gewicht:11,6 kg

Passendes Zubehör

Leider nicht im Lieferumfang enthalten sind der passende Fußschalter FS-6 und ein Expression-Pedal. Für die komfortable Nutzung der Amps ist es empfehlenswert dieses Zubehör – falls noch nicht vorhanden – dazu zu kaufen.

Aufbau und Ausstattung

Der Boss Katana MKII ist ein klassischer Modeling Combo. Das Gehäuse des Amp ist aus starrem und sehr belastbarem Holz gebaut und verfügt über eine offene Rückwand. Die Tolex-Bespannung des Gehäuses ist edel und schwarz gehalten, ebenso wie der Stoff vor dem Speaker, den ein einzelnes Symbol, das japanische Schriftzeichen für den Namen der Serie, ziert.

Der Amp ist als sogenannter Toploader konzipiert: Sämtliche Kontrollregler und Anzeigen befinden sich auf der Oberseite des Amps, was besonders für einen schnellen Griff während des Spielens geeignet ist. Hier unterscheiden sich der MKII 50 und der MKII 100 voneinander, da der 100er neben den üblichen Reglern auch einen eigenen Presence-Regler erhält. Außerdem finden beim MKII 100 5 Speicherknöpfe für Presets Platz, beim 50er nur 3.

Die Ausgänge auf der Rückseite des Amps gliedern sich in zwei Reihen. Hierbei bekommen die Ein- und Ausgänge gut verarbeitete Anschlüsse. Neben den typischen Klinken-Eingängen findet sich hier auch der Anschluss für ein USB-Kabel. Über dieses wird der Katana MKII an den PC oder Mac angeschlossen und dient dann zugleich als Audiointerface für Aufnahmen. Auch die Einstellungen des eigenen Sounds lassen sich im Boss Tone Studio Editor hervorragend anpassen.

Auf der Unterseite des Amps befinden sich vier sehr haltbare und rutschfeste Gummifüße, die auch auf dem rutschigsten Bühnenboden genügend Halt bieten, um den Amp sicher stehen zu lassen. Lediglich ein Bügel, um den Amp schräg zu stellen, hat Boss nicht installiert.

Boss Katana MKII 100
Boss Katana MKII 100 – Bild: thomann.de

Technik

Um euch einen ersten Überblick zu den technischen Besonderheiten der unterschiedlichen Boss Katana Amps zu geben, haben wir eine umfangreiche Tabelle angelegt:

Die Katana MKII Serie

Neben den Flaggschiffen 50 MKII bzw. 100 MKII gibt es auch noch weitere Möglichkeiten, von der hervorragenden Modeling-Leistung der Boss Amps zu profitieren. Wir haben euch die Katanas „Mini“, „Artist“ und das Katana Topteil „Head 100“ kurz vorgestellt:

Boss Katana Mini

Für nur knapp 100 Euro bietet Boss mit dem Katana Mini einen Einstieg ins Modeling Amp Business an. Der kleine Transistor Amp hat 7 Watt Ausgangsleistung und wird in einem extra-kompakten „Lunch-Box“ Gehäuse angeboten. Mit nur 1,2 Kilogramm ist der Amp der ideale Begleiter auf Reisen und für das leise Üben im heimischen Wohnzimmer. Die drei Ampmodelle Brown, Clean und Crunch lassen sich per 3-Band EQ und Gainstruktur steuern, für komplett mobile Gitarristen läuft der Mini auch mit 6 AA Batterien.

Ein schöner Übungsamp für daheim oder den Tourbus!

Boss Katana Artist

Der Artist liefert neben einem überarbeiteten Speaker (12″ Waza) eine veränderte Bedienung an der Gehäusefront. Durch dieses neue Panel soll die Bedienung eher einem klassischen Amp gleichen und den Liveauftritt mit gewohnten Handgriffen unterstützen.

Die 5 Verstärkermodelle und über 58 wählbare Effekte machen den Amp ebenso vielseitig, wie die MKII Serie. Durch die analoge Class A/B Endstufensektion liefert der Amp allerdings noch eine Portion Dynamik mehr, als es die Verstärker der MKII Serie vermögen.

Ob der Preisaufschlag von fast 100 Euro hier gerechtfertigt ist, muss jeder selbst beurteilen – der Sound des Boss Kartana Artist jedenfalls ist jeden Cent wert!

Boss Katana 100 Head MKII (Topteil)

Im Prinzip ist der Boss Katana Head eine Version des MKII 100 ohne integrierten Lautsprecher. In Kombination mit einem bestehenden Setup und einer externen Box liefert der Amp die gewohnten Sounds. Besonderheit: Der Amp verfügt über einen kleinen 5″ Speaker zum Üben ohne externe Box.

Praxis

Um mit dem Boss Katana MKII warm zu werden, ist es dringend erforderliche, die Gebrauchsanweisung gründlichst zu studieren, so viele Optionen bieten die Amps. Neben allerlei Angaben zu Ausgangsleistung, Verkabelung und der richtigen Handhabung finden sich auch Tipps und Hinweise zur Wahl des eigenen Sounds, der Speicherfunktion und auch zum Einsatz der mitgelieferten Software.

Natürlich gehört zum Betrieb eines Modeling Amps ein gewisses technisches Verständnis – das Wissen über den korrekten Einsatz von Effektgeräten kann man sich jedoch auch mit Hilfe des Amps hervorragend aneignen, Experimente sind erwünscht!

Einsatz und Verwendung

Die Leistung der beiden Versionen MKII 50 und MKII 100 ist nicht zu verachten. Auf Grund der größeren Leistung wird der MKII 100 am ehesten in Proberäumen und bei Live-Auftritten verwendet werden, der MKII 50 liefert für diese Zwecke zwar ebenfalls genug Saft, sticht aber durch seine handlicheren Maße besonders für die Benutzung als Übungsamp oder zur Studiobenutzung heraus. Sobald mehr Lautstärke gebraucht wird, oder der Sound bei maximaler Last nicht mehr den Erwartungen entspricht, empfiehlt es sich, eine PA an den Rec-Out Ausgang zu hängen. So lassen sich die Signale verlustfrei in nahezu alle Lautstärken übersetzen.

Die MKII Serie setzt, wie die Vorgänger ebenfalls, auf eine sehr solide und vor allem robuste Transistortechnik. Temperaturschwankungen, Rempler und der Transport im Bus des Drummers – all diese Belastungen nimmt der Boss Katana MKII auf die leichte Schulter. An der Oberseite angebrachte Tragegriffe machen die Amps mobil und auf Grund ihres Gewichtes (MKII 50 ca. 10,5 KG, MKII 100 ca. 14,2 KG) lassen sich auch längere Strecken überbrücken.

Einstellungen

Der umfangreichste Aspekt der neuen Boss Katana MKII Amps, ist sicherlich die Möglichkeit der Tonreglung. Im Grunde lassen sich alle Einstellungen direkt am Amp belegen und speichern. Im Sinne der Übersicht ist es jedoch ratsam, ein Laptop mit der sehr guten Boss Software (Boss Tone Studio Editor) zu bespielen und die Änderungen am Rechner einzuspeisen. Das grafisch aufgearbeitete Menü macht kleine Änderungen schneller möglich. Für Spieler, die sich nicht mit zusätzlicher Technik belasten wollen, finden sich aber alle Möglichkeiten auch am Gerät:

Boss Katana MKII 50
Boss Katana MKII 50 – Bild: thomann.de

Boss Katana MKII 50

Regler für Amp Type, Gain, Volume, Treble, Middle, Bass, Booster, Mod, FX, Delay, Reverb, Master, Power Control finden sich am Katana MKII 50.

Boss Katana MKII 100

Regler für Amp Type, Gain, Volume, Treble, Middle, Bass, Booster, Mod, FX, Delay, Reverb, Presence, Master, Power Control finden sich am Katana MKII 100.

Sound

Die unterschiedlichen Soundmöglichkeiten der Katanas zu beschreiben sprengt den Umfang eines jeden Reviews. Wir haben uns auf die Bandbreite der Amps gestürzt und euch verschiedene Soundoptionen vorgestellt.

Clean

Beide Amps klingen Clean sehr sauber und offen. Mit einem leichten Reverb unterlegt, gewinnen die Amps an Raum und lassen bei zugeschalteten Delay auch sphärische Soundteppiche entstehen. Der Headroom, also die maximale Lautstärke bei nicht verzerrendem Signal, liegt bei beiden Amps dank Transistortechnik sehr hoch. Der 12″ Custom Lautsprecher löst fein auf und klingt organisch. Nur bei extremen Lautstärken neigt der Speaker zum klirren.

Boss Katana Regler – Bild: thomann.de

Crunch

Leicht angezerrt lassen sich beide Amps sehr schön und dynamisch spielen. Die leichteste Zerrstufe verschwimmt mit dem Clean Kanal und liefert, je nach gewähltem Amp, ein ruhiges, aber angerautes Profil. Zwar reicht der Sound nicht an eine warme, übersteuerte Endröhre in einem alten Röhrenamp heran, dafür lässt sich der Sound auch ohne Dreifach-Gehörschutz genießen.

Overdrive

Ganz klar: Hier erwacht der Katana zum Leben. Je mehr Overdrive wir einwählen, desto lebendiger und eingeständiger klingt der Japaner. Wir fahren den Amp mit dem Crunch-Amp Model und können besonders im Zusammenspiel mit einer Les Paul feine Gain-Nuancen an der Gitarre steuern. So dynamisch und solide muss ein Modeling Amp klingen!

Metal-Distortion

Klar, das kann er: Dass Boss als Erfinder des legendärem Metal-Zone Pedal (Gitarristen lieben oder hassen es!) eine ordentliche Metal-Zerre parat hat, versteht sich von selbst. Mit dem Lead Amp Model angefangen und mit ordentlich Zerre brät der Amp ein amtliches Metalbrett aus dem Custom Lautsprecher. Bekannte YouTube-Tester würden fragen: „Does it chug?“. Wir sagen: Definitiv!

Einsatzgebiete des Boss Katana

Die Vielseitigkeit macht die Boss Katanas berechtigter Weise zu den beliebtesten Modeling Amps auf dem Markt. Die Möglichkeiten des Einsatzes bewegen sich vom heimischen Wohnzimmer bis zum Live Auftritt – dank pegelbarem Rec-Out Ausgang in quasi unbegrenzter Lautstärke per PA.

Besonderes Highlight der Serie ist sicherlich die einfache Einbindung in ein bestehendes Studio-Setup, wo die Amps die Aufgabe des Audiointerface übernehmen können. So lassen sich Aufnahmen in Originalqualität ohne zusätzliche Soundprozessoren oder Modeling-Programme erstellen. Sei es das eigene Album oder ein kurzes Riff für die eigene Erinnerung: Mit den Boss Katana MKII Amps ist das kein Problem.

Der Sound der Amps ist derart vielfältig, dass sicherlich jeder Gitarrist den eigenen, unverwechselbaren Sound finden kann. Dies setzt allerdings ein gewisses Maß an Geduld voraus. Und das Lesen der Gebrauchsanweisen.

Fazit

Bewertung

Jan-Hendrik Bose

Ausstattung
Bedienung (Anfängerfreundlichkeit)
Sound
Effekte

Zusammenfassung

Die Modeling Amps des japanischen Effekt-Spezialisten gehören mit Recht zu den besten und beliebtesten Combos ihrer Klasse. Die günstigen Verkaufspreise machen sie insbesondere auch für Einsteiger interessant – hervorragender Sound und eine unendliche Anzahl an möglichen Klängen und Effekten sind die Belohnung. Lediglich die Einarbeitungszeit ist etwas höher als bei Standardamps – das liegt aber in der Natur der Modeling Amps und ist kein Nachteil, welches die Katanas allein betrifft. Wir können die Amps der Katana MKII Serie nur wärmstens empfehlen.

4.3
Sag was dazu!

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