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Fender American Original Stratocaster ’50s und ’60s

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Früher: American Vintage Series

Die Sehnsucht nach alten Zeiten ist bei Gitarristen weit stärker ausgeprägt, als bei vielen anderen Musikern: Und weil das so ist, bringen die großen Hersteller, die diese Zeit geprägt haben, in schöner Regelmäßigkeit neue Versionen ihrer größten Erfolge auf den Markt. So hat auch Fender mit der American Original Stratocaster wieder den Schritt in die Vergangenheit gewagt – wir haben die beiden Gitarren (’50s und ’60s Strat) getestet und verraten euch, wie nah ihr an das Original herankommt!

Die American Originals Serie

Fender brachte 2018 mit der American Originals Serie eine ganze Reihe von E-Gitarren und E-Bässen auf den Markt, die sich mit ihren jeweiligen Spezifikationen sehr nah an das jeweilige historische Vorbild halten.

Durch eine genaue Vermessung sämtlicher Formen, Kanten und Maßen erreicht Fender ein sehr authentisches Spielgefühl und bietet Fans der Instrumente die Möglichkeit, auf die Features der alten Schönheiten zurückzugreifen. Durch kleinere Änderungen wurden die Gitarren auf den neuesten Stand der Technik gehoben, ohne jedoch das Feeling zu zerstören.

Mit Merkmalen wie Nitrolackierungen, Vintage-Tall Bünde und die neuen Tonabnehmer der Serie ist klar, dass Fender nicht an hochwertigen Parts gespart hat – mit Preisen um die 2000,- EUR schlägt sich das auch im Verkaufskurs der Instrumente wieder.

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Fender American Original ’50s Strat im Test

Fender American Original '50s Strat
Fender American Original ’50s Strat – Foto: Fender

Die erste Gitarre aus der American Originals Serie, die vor uns liegt, ist die ’50s Stratocaster. Das Instrument wurde anhand von vorliegenden Gitarren aus der Zeit entwickelt und weißt laut Fender die genauen Daten der Originalen auf. Wir haben genau hingeschaut.

Features und Ausstattung

Korpus:Erle
Hals:Ahorn (mit Nitro Finish)
Halsprofil:Soft V
Serie:American Original Series
Griffbrett:Ahorn
Bünde:21 Vintage Bünde
Mensur:648 mm
Tonabnehmer:3 Pure Vintage 59 Single Coils
Farben:2-Color Sunburst, White Blonde, Inca Silver

Optik

Der Body der ’50s Stratocaster wird klassisch aus Erle (bei der Version in White Blonde aus Esche) gefertigt und ist mit den klassischen Fräsungen der Stratocaster ausgestattet und unverwechselbar. Besonderes Augenmerk hat Fender bei der ’50s Strat auf die Lackierungen gelegt. Die komplett in Nitrocellulose lackierten Instrumente werden in den Farben 2-Color-Sunburst, Inca Silver und White Blonde angeboten.

Die Griffbretter und Hälse der ’50s Strat werden, wie beim Original, komplett aus Ahorn gefertigt, die weißen Plastikparts wurden auf angenehme und authentische Weise geaged – der leichte gelb-grün Stich der Teile wirkt sehr viel stimmiger, als es komplett weiße Teile je könnten. Kurz: Die ’50s Stratocaster sieht umwerfend aus.

Elektronik

Pure Vintage `59 Single-Coil Pickup

Die gesamte American Original Serie wurde von Fender mit speziellen Tonabnehmern ausgestattet. Die ’50s Stratocaster kommt mit den hervorragend klingenden ’59 Single-Coils, die durch ihre Brillanz und klare Ansprache überzeugen. Im Grunde sind diese Single-Coils recht Output-schwach, spielen aber durch ihre sehr hohe und transparente Auflösung in einer eigenen Liga. Sehr klare höhen und der notwendige Anteil an Dreck im verzerrten Sound machen diese Tonabnehmer aus – klassischer Strat-Sound, der sehr nah an das Original heranreicht.

Verdrahtung

Auch wenn echte Vintage-Enthusiasten zusammenzucken werden: Die ’50s Stratocaster verfügt über einen 5-Wege-Schalter und lässt sich daher bekannt vielfältig schalten (originale Strats aus den 1950er hatten noch einen 3-Wege-Schalter). Die Elektronik arbeitet zuverlässig und mit einem absoluten Minimum an Störgeräuschen. Hier wurde sehr genau und sorgfältig gearbeitet.

Korpus

Der Korpus der ’50s Strat weist die typischen Maße der Stratocaster dieser Ära auf. Die Verarbeitung des Holzes ist allererster Güte und zeigt auch bei genauester Inspektion keine Mängel oder Unsauberkeiten.

Die verwendete Hardware ist, wie bereits beschrieben, alterstypisch geaged und weißt eine leichte Verfärbung auf. Die Chromteile, also Tremolo, Brücke, Mechaniken und co. sind unverändert und warten darauf, durch dauerhaften Gebrauch eine eigene Patina zu entwickeln.

Lackierung und Finish sind sehr gut ausgeführt. Fans von Nitrolackierungen kommen hier voll auf ihre Kosten. Die dünne Schicht Lack wird im Laufe der Zeit altern und die typischen Anzeichen eines geliebten Vintage-Instrumentes erhalten.

Hals

Auch beim Hals setzt Fender auf die damals typischen Maße und Besonderheiten. Der Ahornhals ist mit seinem fetten Soft-V Halsprofil sehr griffig und gleichzeitig angenehm abgerundet, so dass der Hals in allen Positionen gut in der Hand liegt.

Die Bünde sind als Vintage-Tall beschrieben und wirken im ersten Spiel schmal. Die hohen Bundoberflächen ermöglichen ein weiches und akzentuiertes Spiel, Bendings und Vibratos laufen ruhig und locker von der Hand.

Der Griffbrettradius wurde mit 9.5″ an das moderne Spielgefühl angepasst und liegt etwas satter und ermüdungsärmer in der Hand, als die originalen 7.25″ Radien. Der zusätzliche Platz bietet genügend Raum, um auch schnelle Läufe sauber und sicher zu spielen. Wenn auch nicht historisch korrekt, gefällt uns diese Änderung gut.

Sound

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Der Klang stand ganz speziell im Mittelpunkt dieser Serie. Sämtliche American Originals Gitarren und Bässe wurde darauf getrimmt, sich tonal möglichst exakt an die Vorbilder zu halten. Die ’50s Stratocaster macht hier eine sehr gute Figur. Die Kombination aus den verbauten Tonabnehmern mit dem sehr gut ausgewählten Holz funktioniert und klingt klassisch, stratig.

Der frische-knackige Sound der Strat macht sich besonders im Mix hervorragend. Die Höhenanteile der Pickups ist genau bemessen, um die Gitarre nicht aufdringlich, aber markant klingen zu lassen. Mit etwas „Dreck“ im Sound erwacht die ’50s Stratocaster dann so richtig zum Leben und singt, wie man es sich von einer echten Strat wünscht.

Bewertung und Preis

Fazit

Die ’50s Strat ist eine hervorragende Ergänzung für alle, die eine historisch annähernd korrekte Gitarre suchen, die durch sanfte Änderungen an die moderne angepasst wurde. Klang, Handling und Optik sind großartig, die Verarbeitung ohne Makel. Wir können die ’50s Strat jedem empfehlen, der eine ursprüngliche Stratocaster sein Eigen nennen möchte.

Fender American Original ’60s Strat im Test

Fender American Original '60s Strat
Fender American Original ’60s Strat – Foto: Fender

Kommen wir zum zweiten Stratocaster-Exemplar, das die Originals-Serie zu bieten hat. Die ’60s Strat im Test.

Features und Ausstattung

Korpus:Erle
Hals:Ahorn (mit Nitro Finish)
Halsprofil:Thick C
Serie:American Original Series
Griffbrett:Palisander
Bünde:21 Vintage Bünde
Mensur:648 mm
Tonabnehmer:3 Pure Vintage 65 Gray-Bottom Single Coils
Farben:3-Color Sunburst, White Blonde, Shell Pink

Optik

Wie schon bei der ’50s Strat ist auch die vorliegende ’60s Strat exakt an den Maßen der historischen Vorbilder gefertigt. Die Radien und Kanten wurden vermessen und dank modernster Herstellungsverfahren 1:1 auf das ausgewählte Holz übertragen.

Die Bodies der ’60s Strats aus der American Original Serie werden sämtlich aus Erle gefertigt und mit einer dünnen Schicht Nitrolack versehen. Die Lackierung ist in drei Farben erhältlich (3-Tone-Sunburst, Olympic White, Shell Pink) und korrespondiert hervorragend mit den historisch korrekten mint-weißen Plastikteilen. Dank dunklem Palisandergriffbrett stechen die ´60s Strats aus der Produktpallette hervor – sehr gut!

Elektronik

Pure Vintage ’65 Single-Coil Pickup

In den wilden 60ern ging es heiß her – das merkt man auch bei den verwendeten Pickups der ’60s Strat. Die etwas schärferen Tonabnehmer bringen einen klaren, mittenbetonten Klang hervor. Die Verarbeitung ist hervorragend, störende Nebengeräusche werden unterdrückt und treten unauffällig in den Hintergrund.

Verdrahtung

Wie schon bei der ’50s Strat ist auch die ’60s Strat mit dem heute typischen 5-Wege Schalter ausgestattet und liefert eine breite Palette an Sounds. Die interne Abschirmung ist sehr gut, störende Nebengeräusche und atmosphärische Einstreuungen sind minimiert.

Korpus

Fender USA zeigt auch bei der American Original ’60s Stratocaster eindrucksvoll, auf welchem Level Serieninstrumente gefertigt werden können. Die Verarbeitung des Korpus ist hervorragend, die Lackierung sehr sauber. Durch die verwendeten, hochwertigen Hölzer erreichen die Instrumente nur ein geringes Gewicht, ohne an Kraft im Klang zu verlieren.

Die Anbauteile sind in einem leichten mint-weiß gehalten, was die Vintage-Anlage der Instrumente betont zurückhaltend unterstreicht. Tremolo, Brücke und alle anderen Parts verrichten ihre Arbeit zuverlässig und sauber.

Hals

Der Ahornhals der ’60s Strat ist mit einem Palisandergriffbrett ausgestattet und verfügt über ein sehr kräftiges ’60s C-Halsprofil. Die sehr starken Hälse wurden ergonomisch gerundet und geformt, so dass auch Spieler mit kleineren Händen gut mit dem Profil zurechtkommen. Die Griffbrettradien wurden im Gegensatz zum historischen Vorbild auf 9.5″ erweitert, was eine leichtere und flüssigere Bespielbarkeit bringt.

Wie schon die ’50s Strat hat auch die American Original ’60s Stratocaster die sehr gut bespielbaren Vintage-Tall Bünde auf dem Griffbrett und lässt sich entsprechend gut bedienen.

Sound

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Mit den 1960er kam der Rock aus der Kinderstube und in die Ohren der Welt. Das merkt man auch beim Sound der American Original ’60s Strat. Mehr Punch, mehr Dreck und ein wenig mehr Output machen die ’60s Stratocaster zu einem echten Rockbrett.

Durch die gut aufeinander abgestimmten Komponenten vereint die Strat Durchsetzungsfähigkeit mit Brillanz und fein akzentuierter Stimmung. Ohne sich auf ein Genre festlegen zu lassen, wirkt die ’60s Strat daher etwas frecher als ihre ’50s Schwester und wird dem Anspruch gerecht, historisch korrekt zu klingen.

Bewertung und Preis

Fazit

Die kleinen, modernen Anpassungen, denen Fender das historische Vorbild unterworfen haben, machen aus der ’60s Strat eine sehr gut zu bespielende, abwechslungsreiche und variantenreiche Stratocaster. Die Verarbeitung und der Sound der American Originals Serie wurde schon oft gelobt und auch bei der ’60s Strat müssen wir den Hut vor Fender ziehen: Diese Strat klingt gut, hat einen eigenen Charakter und sieht umwerfend aus. Großartig!

Alternativen

Im Portfolio des Fender Konzerns finden sich diverse Möglichkeiten, sich dem Sound der 50er und 60er Jahre zu nähern – auf moderne oder historisch korrekte Art und Weise. Zwei Alternativen zur American Original Serie wären daher, neben vielen anderen Möglichkeiten, die in Mexiko hergestellten Instrumente der Vintera Serie (siehe hier: Fender Vintera Strat) oder die sehr hochwertige und moderne American Ultra Serie des Konzerns (siehe hier: Fender American Ultra Strat).

Während die American Ultra Serie die Konzepte der Strat in die Moderne hebt und mit neuen Schaltungen versieht, unterhält die günstige, in Mexiko produzierte Vintera Serie die historischen Vorbilder mit einigen modernen Anpassungen. Eines haben alle Gitarren jedoch gemeinsam: Stratocaster sind sie, durch und durch.

Test-Fazit

Das Konzept Stratocaster ist mehr als nur ein Bauplan: Es ist ein Gefühl, ein gewisses Extra, das davon lebt, stets neu erfunden zu werden. Die beiden getesteten Strat-Varianten orientieren sich zwar an ihren historischen Vorbildern, scheuen sich aber nicht davor, erprobte und beliebte Neuerungen zu inkorporieren.

Bewertung der Fender Original Strat

Jan-Hendrik Bose

Optik & Verarbeitung
Spielkomfort
Hardware & Pickups
Sound
Preis-Leistung

Zusammenfassung

Verarbeitung, Design und Sound sind über jeden Zweifel erhaben, über Sinn und Unsinn von historisch korrekten, modern gefertigten Instrumenten kann nur jeder Gitarrist für sich selbst urteilen. Wir sind begeistert von der American Original Stratocaster, egal ob ’50s oder ’60s Strat: Es sind geniale Interpretationen eines großartigen Konzeptes.

4.1
Sag was dazu!

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