Single Coil vs. Humbucker

Der Unterschied zwischen Single Coil und Humbucker

E-Gitarre

Es gibt viele Faktoren, die euren E-Gitarre Sound beeinflussen können. Dazu gehören außer E-Gitarrenverstärkern und Effektgeräten vor allem die Tonabnehmer (auch Pickups genannt), die zwischen dem Gitarrenhals (Griffbrett) und dem E-Gitarren-Steg (Brücke/Bridge) angebracht sind. Die verbreitetsten Tonabnehmer-Modelle sind der Single-Coil-Pickup und der Humbucker-Pickup, welche sich auf den meisten E-Gitarren befinden. Es gibt reine Single-Coil-Gitarren, wie die Fender Stratocaster oder Telecaster, reine Humbucker-Gitarren, wie die Les Paul von Gibson und E-Gitarren auf denen eine Kombination aus Single-Coil und Humbucker verbaut ist.

Doch was nun genau der Unterschied zwischen Single-Coil- und Humbucker-Pickups ist und welche Vor- und Nachteile sie bieten, wollen wir Euch nachfolgend näher erläutern.

Single-Coils

Funktions- und Bauweise:Um die Funktionsweise eines Ein-Spulen-Tonabnehmers besser verstehen zu können, bedarf es ein wenig Physik. Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Single-Coil-Pickup um einen Tonabnehmer, der aus einer einzelnen Magnetspule besteht. Dabei werden jedoch meist mehrere Magnete von einem dünnen Draht umwickelt. Das per Stromverbindung entstehende Permanent-Magnetfeld in der Spule dient zur Magnetisierung der Saiten. Versetzt Ihr diese durch Anspielen nämlich in Schwingung, wird dabei Strom induziert. Das bedeutet, dass das beeinflusste Magnetfeld in den Saiten eine elektrische Spannung erzeugt. Ein angeschlossener Verstärker wandelt diese Spannung nun in ein akustisches Signal um und Ihr hört letztendlich den gewünschten Ton. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Pickup Euer Gitarrenspiel laut hörbar machbar.

Sound/Klang-Charakter: Der Klang eines einspuligen Tonabnehmers lässt sich als klar und transparent beschreiben. Der fast schon grelle Sound entsteht durch den Höhenanteil, der dem Single-Coil-Pickup zugeschrieben werden kann. Daher eignet sich der Einsatz eines Single-Coils hervorragend für ruhigere Passagen. Besonders im Jazz und im Funk finden Ein-Spulen-Tonabnehmer häufig Verwendung.

Typische Single-Coil-Gitarren: Die Single-Coil-Pickups haben es dank der Fender Telecaster und der Fender Stratocaster zu weltweiter Beliebtheit und Berühmtheit geschafft.

Vorteile und Nachteile: Ein Single-Coil-Pickup ist leider extrem empfindlich auf Einstreuung von Fremdsignalen. So können Störgeräusche von beispielsweise Monitoren, Laptops, diverse Stromquellen usw. ebenfalls vom Tonabnehmer aufgenommen und verstärkt werden. Das äußert sich in unerwünscht tiefem Brummen oder in hohem Summen, was je nach Stärke der aufgenommenen Störquelle sehr laut werden und den Sound negativ beeinflussen kann. Ein sogenanntes Noise-Gate kann richtig eingesetzt diesen Effekt jedoch reduzieren oder gar ganz verhindern. Dieses ist heutzutage bereits in den meisten Amps integriert, kann aber auch per externem Effektgerät zugeschaltet werden. Aufgrund der geringen Ausgangsleistung eines Single-Coil-Pickups wird ein Übersteuern oder Verzerren des akustischen Signals verhindert.



Lesetipp: 3- und 5-Wege-Schalter für Pickups

Humbucker

Funktionsweise: Das Grundprinzip des Humbucker-Pickups ist genau dasselbe wie beim Single-Coil. Ein Magnetfeld induziert in den schwingenden Saiten Strom und gibt diesen als akustisches Signal wieder. Allerdings sind in diesem Fall in einem Bauteil zwei Magnetspulen in Reihe geschaltet. Diese sind jedoch in gegeneinander weisende Richtung gewickelt. Das dabei entstehende gegenpolige Magnetfeld ist in der Lage, einfallende Signale von außen aufzuheben. Aufgrund des entstehenden Noise-Cancelling-Effekts entfallen die lästigen Störgeräusche wie Brummen oder Summen, die bei Single-Coil-Modellen gerne auftreten. Übrigens kam es bei der Herstellung des Tonabnehmers so auch zum Namen, denn Humbucker heißt übersetzt im Prinzip nichts Anderes als Geräuschunterdrücker.


Sound/Klang-Charakter: Ein Humbucker-Pickup erzeugt einen fetten und druckvollen Klang. Der dumpfe Sound basiert auf den mitten- und tiefenlastigen Eigenschaften des Tonabnehmers. Bei Distortion-Sounds oder geräuschanfälligen Effekten erzielt der Humbucker die ideale Wirkung. Denn dank ihm wird der Hörer von der Box nahezu weggeblasen. Mitunter deshalb kommen Humbucker-Pickups bevorzugt in den härteren Genres wie beispielsweise Rock oder Metal zum Einsatz. Egal, ob fette Riffs oder pfeifende Töne gewünscht sind, ein Humbucker macht es möglich.

Typische Humbucker-Gitarren: Unter den bekanntesten Vertretern der Humbucker-Familie befindet sich der EMG-Pickup, welcher heutzutage in den meisten ESP-Modellen verbaut wird. Doch die E-Gitarre, die den Humbucker zu seiner heutigen Berühmtheit geführt hat, ist die Les Paul von Gibson. In ihr wurde erstmalig ein Humbucker-Pickup in Serie verbaut.

Vorteile und Nachteile: Aufgrund der stärkeren Übertragung des Soundsignals kommt es bei Humbucker-Pickups gerne zu Verzerrungen oder Übersteuerungen des Klangs. In härteren Musikgenres ist dies allerdings oft ein gewünschter Nebeneffekt, der zum Vorteil des Sounds beitragen kann. Wie bereits erwähnt entfallen jedoch meist sämtliche Störgeräusche von außen.


Die Position (Lage) der Pickups auf der E-Gitarre

Neben dem verbauten Modell an sich ist ebenso dessen Positionierung an der E-Gitarre entscheidend. Befindet sich der Tonabnehmer nämlich näher am Griffbrett, so können wärmere und sanftere Klänge erzeugt werden. Ist der Pickup hingegen näher am Steg positioniert, lassen sich druckvollere und wuchtigere Sounds aus dem Instrument herausholen. Tipp zum Weiterlesen: Tonabnehmer einstellen



Bild: © ronnarong / Fotolia

E-Gitarre Aufbau

Wenn ihr euer Instrument besser verstehen wollt, solltet ihr euch gut mit den einzelnen Teilen eurer E-Gitarre auskennen.

E-Gitarre einstellen

Eine richtig eingestellte und justierte E-Gitarre ist leichter bespielbar und klingt einfach besser :-)

E-Gitarre stimmen

Hier solltet ihr Routine entwickelt denn ihr werdet eure E-Gitarre regelmäßig und oft stimmen müssen. Ist einfach so.